Der Eckenbrüller von Edgar Külow
16.07.2010
Die Fußball-Weltmeisterschaft klappt ihr Historienbuch zu. Spanien ist Weltmeister. Die verfluchten Oranjes verloren drei Minuten vor Ende der Verlängerung. Die Hispanier konnten noch einmal Rache für die Niederlagen gegen die Geusen und bei den Feldzügen zur Katholisierung der Niederlande im 17. Jahrhundert nehmen. Aber da kommen ja noch viele WM. Deutschland hat seine Revanche pour Sadowa, sie liegt noch in Versailles. Wir haben gegen Uruguay den Dritten gemacht, und waren sehr gut.
Tausend Fans harrten am Montag vergeblich am Flughafen Frankfurt am Main auf die deutschen Helden aus Südafrika; irgendein eifriger Funktionär geleitete seine Schäfchen über einen Geheimweg aus dem Flugzeug von der Landebahn. Die wartenden Kinder waren über alle Maßen enttäuscht. Der Fußballgott möge seinen Bannstrahl auf seine Untergebenen schleudern.
Unsere Nationalmädchen begannen die Fußball-WM in Bochum mit einem 4:2 gegen Costa Rica, ohne in allen Belangen zu überzeugen.
Am Sonnabend begann in Berlin der Exer-Pokal mit hohen Siegen von Empor gegen Buchholz mit 6:0 und Karow gegen Borussia Pankow mit 7:0. Der Trainer von Einheit Pankow hatte seine Truppe auf einigen Positionen verstärkt, so schlugen wir Rotation Prenzlauer Berg mit 5:1. Während Coach Slomkowski alles in allem nicht sonderlich zufrieden war, meinte Fitti Charle, daß die Pankower Zuschauer doch schon recht zufrieden nach Hause geeilt seien.
Am Freitag abend gibt es die nächste Gelegenheit, die umformierte Mannschaft von Einheit zu Pankow im Pokalspiel aus dem Exer zu sehen. Etwa mit Tesfu im Mittelfeld oder ähnlichen Überraschungen. Da trauen wir unserem bewährten Trainer noch einiges zu.
Quelle: Junge Welt vom 16.07.2010
02.07.2010
Nun klopfen die Argentinier an die deutsche Tür. Ihr Coach, der kleine dicke Maradona, ist davon überzeugt, daß seine südamerikanischen Brüder weiterkommen. Ich denke, es wird eine haarige Auseinandersetzung. Bedenklich ist überdies, daß Deutschland mit so vielen Gelben Karten belastet ist, aber darunter leidet ein Heer noch spielfähiger Kameraden aus anderen Ländern auch.
Also überzeugt haben mich die Spieler aus Brasilien. Schnell, ausdauernd, zweikampfhart. Der Weg zum Titel führt über den Zuckerhut. Bei jeder Fußball-WM muß mit Brasilien gerechnet werden.
In einigen Ländern, in denen sich Millionen Fans etwas ausgerechnet hatten, sind schon die Lichter ausgegangen. Beispielsweise in Frankreich. In Paris spielten sich ob des Versagens der Blauen tumultartige Szenen ab.In Italien mußten die Spieler auf einem Nebelplatz ausgeladen werden, nachdem man von einem größeren Tomatenaufkauf erfahren hatte. In England mußte der Schiedsrichter mal wieder herhalten. Aber die Deutschen mußten dann auch wieder herhalten, wegen des nicht gegebenen Tores. Ich halte mich da klugerweise zurück, ich habe mich mit meiner Abneigung gegen die Aufstellung Kloses genügend blamiert.
Zum Saisonabschluß wurde in Pankow die interne Vereinsmeisterschaft ausgetragen. Das Endspiel gewannen die Senioren mit einem überragenden Torwart Dirk Weißbach (AK 40 – AK 50) mit 4:2.
Die I. Männermannschaft hatte ihr letztes Punktspiel mit 4:2 ebenfalls gewonnen und zwar in Hermsdorf, was ihr den siebten Tabellenplatz einbrachte.
Unsere Kleinen, die F2= U 8, kamen im Bezirkspokal Pankow bis ins Endspiel, wo sie unglücklich durch einen Strafstoß im Endspiel gegen Empor unterlagen. Auch zum Leidwesen ihrer Trainer Katrin Hintze und Mario Schüßler.
Quelle: Junge Welt vom 02.07.2010
18.06.2010
Einheit Pankow machte es der deutschen Nationalmannschaft nach und gewann 4: 0 gegen den Traber FC. Die 1.Männer, ständig in Personalnot, hatten sich in der Saison die Tabelle von Platz drei langsam, aber systematisch auf Platz 8 heruntergearbeitet. Ich möchte dem Trainer nicht noch einmal so eine Saison gönnen. Jedenfalls haute Einheit noch einmal dazwischen. Und das mit zusammengewürfelter Truppe. Tesfu eröffnete den Torreigen, Schulze legte nach, Senguel machte das 3:0 zur Pause. Dann war Schulze wieder dran. Erwähnen möchte ich noch, daß Torhüter Telge einen Strafstoß parierte.
Unsere 2. Männer mußten ab der 75. Minute gegen den BSC Reberge nur noch gegen neun Mann spielen, da der Gegner durch zwei Platzverweise aus dem Rennen war. Auch die 2. hat Leute und Fähigkeiten, um in der neuen Saison ein paar Plätze höher zu siedeln.
Eine alte Sorge sind wir endlich los. Der Präsi konnte mitteilen, daß die ununterbrochenen Bemühungen um eine neue Flutlichtanlage endlich Erfolg gezeigt hätten. Die alte Anlage reichte noch zum Training – aber nicht zum Punktspiel.Heute tritt unsere Nationalmannschaft zum zweiten Spiel der WM an. Serbien ist der Gegner. Wir werden die Herren vom Balkan nicht unterschätzen. Der Auftakt mit dem 4: 0 war ja ganz ausgezeichnet. Der Löw hatte wieder alles richtig gemacht.
Die Favoriten aus Brasilien taten sich dagegen beim 2: 1 über die Genossen aus Nordkorea wesentlich schwerer. Ich hatte mich sehr auf diesen Fußballmarathon gefreut. Aber jeden Tag drei Spiele, da fällt es dir abends schwer, die Truppenteile auseinanderzuhalten. Und da muß ich noch fünf Spiele um die deutsche Basketballmeisterschaft zwischen Frankfurt/Main und Bamberg zwischendurch reinschieben. Da hab ich dann aber Tennis ersatzlos aus dem Programm gestrichen.
Quelle: Junge Welt vom 18.06.2010
04.06.2010
Unser Bundespräsident Horst Köhler hatte die Schnauze voll und trat von seinem Posten zurück. Das war zwar ungewöhlich, aber es rührte nur wenige Deutsche sonderlich, zumal wir am Tage vorher einen gewaltigen europäischen Sieg erungen hatten. Lena, das »Geschenk des Himmels«, sie hat die Stimmung im Lande gewaltig angehoben, die nach der schweren Verletzung von Westermann gesunken war. Was soll’s. Wir haben Lena, die Europa aus der Krise singt. Und Raab. Vielleicht wird Raab Bundespräsident. Da kann er auch wie im Fernsehen den ganzen Tag die Fahne schwenken.
Jetzt sind es nur noch wenige Tage, und in Südafrika blasen die Elefanten-Trompeten die Fußballweltmeisterschaft an. Ich gestehe, daß ich leider das Gefühl nicht loswerde, unsere Nationalmannschaft ist in der Vorbereitung noch nicht ganz da, wo der Löw sie haben müßte. Aber bis zum Anpfiff haben wir ja wohl in Deutschland einige Millionen Nationaltrainer des Fußballs. Und einer, der alles besser weiß als Löw, bin ich.
Nun noch schnell bei VFB Einheit zu Pankow reingeguckt. Die 7er Altliga verstärkte sich von der Uraltliga mit Manne Müller, der sein obligatorisches Tor gegen Mahlsdorf machte beim 6: 1-Sieg. Schulle machte allein mal wieder drei Tore, Rose natürlich eins und Winkler. Die 32er waren bei Croatia nicht mehr interessiert. Was sich jedoch die 1. Männertruppe bei Nord-Wedding leistete, war schon mehr als enttäuschend. Das 1: 1 wird sich keiner einrahmen. Erfreulich: Die E-Jugend wurde unter Trainer Hannes Witt Staffelsieger und die D-Jugend unter Trainer Andreas Spieretki Meister der Bezirksliga und Landesliga-Aufsteiger. Gratulation auch an den Jugendleiter Mario Honegger.
Quelle: Junge Welt vom 04.06.2010
21.05.2010
Das Pokalendspiel Bayern München gegen Werder Bremen war für alle Werder-Anhänger ein Begräbnis erster Klasse. Nach 20 Minuten war die Überlegenheit der Bayern für alle Zuschauer so offensichtlich, daß die Bremer schließlich mit 4:0 noch nachsichtig behandelt worden waren. Ich habe jedenfalls noch kein Pokalendspiel gesehen mit solch einem Klassenunterschied. Einige Vorurteile gegen die Bayern durfte ich jedenfalls zerknirscht abbauen.
Mit großen Erwartungen sah ich den Relegationsspielen entgegen. Nach der 1:0-Niederlage in Ingolststadt hoffte ich noch, daß Hansa Rostock ein großes Spiel zu Hause aufziehen würde. Ein großer Irrtum! Die Ingolstädter spielten die Hanseaten an die Wand. Das 1:0 gegen Hansa fiel viel zu früh und gab den Süddeutschen die nötige Sicherheit. Rostock hatte nie eine Chance. Welch eine Niederlage für den ganzen Bezirk! Es wird ja auch keinen Politbürobeschluß geben, der die Wismut beauflagt, umgehend den Rostockern mit einer Fußballmannschaft auszuhelfen.
Na ja, wir haben alle drauf gelauert, natürlich die Mannschaft am meisten: Die 60er sind Berliner Meister geworden. Sie machten das mal wieder mit einem Paukenschlag: 5:1 gegen TSV Rudow. Hoch sollen sie leben! Mindestens dreimal hoch. Die Torschützen waren, nachdem Rudow in Führung gegangen war, Kirchner, Westphal, Weixelbaum, der bissige Müller und der Adlige von Münster.
Die zweiten Männer schienen einer Niederlage entgegen zu schlittern; aber es kam überraschenderweise noch anders, weil nach über 90 Minuten Gebel sich und den Friedrichshainer Tormann zum 3:2 überwand. Die erste Mannschaft kam bei Preußen so gerade zum 0:0. Einem Ondit zufolge war Mario Milack, unser Keeper, der beste Spieler seiner Mannschaft. Das dürfte bei 0:0 schon gut möglich sein.
Quelle: Junge Welt vom 21.05.2010
07.05.2010
Na ja, Schalke hat es nicht gepackt. Vizekusens Bayer auch nicht, aber die Münchner Bayern. Ganz ehrlich: Sie waren und sind die besten. Keine Frage. Am Ende der Tabelle erwischte es nun endgültig Hertha BSC.Davor tummeln sich einige andere, die morgen den zweiten Absteiger und den Relegierten ausknobeln.
In der Zweiten Liga haben Kaiserslautern und St. Pauli den Aufstieg sicher. Am Ende war Rostocks Unentschieden gegen Cottbus einfach zu wenig. Frankfurt ist auch draußen – dachten alle, dabei haben die es geschafft, sich wieder gut erholt. In der Dritten Liga ist es auch noch ganz spannend. Erzgebirge Aue machte einen langen Durchmarsch. Die große Chance vergab Jena in letzter Sekunde. Osnabrück könnte das Glück noch beim Schwanz packen. Dynamo Dresden enttäuschte seine Anhänger – ich weiß nicht, zum wievielten Male. Nun können wir noch einige interessante Relegationsspiele erwarten.
Turbine Potsdam spielte sich mal wieder an die Spitze. Sie wurden erneut Deutsche Meisterinnen. Ich gönne diesen Titel Olle Schröde von ganzem Herzen. Ganz klar: Ich gönne diesen Titel nicht nur dem Coach, sondern auch jedem einzelnen Mädel dieser hochbegabten Truppe. Möge sie noch einen internationalen Pokal dazulegen können.
In Pankow war nicht das ganz große Feiern angesagt. Die Männer mogelten sich nach Galatasaray ganz schön durch. Gegen Mahlsdorf gelang auch nur ein Remis. Nachdem uns der Mahlsdorfer Meyer zwei Freistöße unter die Latte haute, machten wir noch ein 2:2. Vor weiterem Schaden bewahrte uns Torhüter Clemens Zeige. Mit ganz hervorragenden Paraden. Die 60er eilen weiter von Sieg zu Sieg. Wer will die Jungs noch stoppen?
Quelle: Junge Welt vom 07.05.2010
23.04.2010
Nein, jetzt glaub’ ich es auch nicht mehr: Schalke wird kein Meister. Das ist Magath diesmal über seinen Kopf gewachsen. Jetzt können sie in Gelsenkirchen und im Sauerland ihre Tröten einwickeln und in den Keller stellen. Ja, in Leverkusen auch. Aber Tante Käthe hat ja selbst nicht dran geglaubt. Da hätte man auch gut auf Küntrop tippen können.
Im Abstiegskampf geht es noch einmal hoch her. Hertha steht ganz beschissen da. Auch Bochum schreit um Hilfe. Hannover 96 versucht noch, sich unten reinzumogeln. Na ja, es bleibt immer noch die Relegationschance.
Jungs, die 2. Liga ist auch nicht schlecht. Ich hätte gern mal 2. Liga gespielt. Aber im entscheidenden Moment ging unser Trainer von Werdohl nach Hüsten oder Höntrop in die Gauliga. Union schlägt St. Pauli, FSV Frankfurt gewinnt in Rostock, Kaiserslautern in Bielefeld. Starke Ergebnisse, Rotweiß Ahlen ist abgestiegen.
In der 3. Liga mußte Jena in großer Fanbegleitung nach Dresden. Und Dynamo hatte auch ein paar Zuschauer aufgeboten. Und jetzt kommt es: Jena nahm den Gegner 3: 0 auseinander! Was die Zeiss-Städter in der letzten Zeit gespielt haben, war eine Überraschung nach der anderen. Schauen Sie mal in die Tabelle, wo die stehen! Hut ab auch vor Wismut Aue! Ja, die gucken bis in die 2. Liga.
Einheit Pankow, vom Trainer gut eingestellt, ließ Galatasaray, Tabellenführer der Bezirksliga, keinen Punkt, was den Türken weder ins Hirn noch ins Gemüt paßte. Jechow schoß in der 90. Minute ein sagenhaftes Tor, ein zweites fabrizierte Beder. Und wer kommt nun? Jawohl – die 60er. Gewinnen in Bornim 7: 1 (3 x Manne Müller, 2 x Frisch, 1 x Weixelbaum, 1 x Solfrian). In Pankow 5: 0 gegen Nachbar Buchholz. Frisch trat dreimal zu, einmal Kretschmer. Und wo bleibt von Münster? Von Münster? – Ach der. Wir hatten keinen Tormann. Da haben wir ihn genommen. Damit der Volker mal sieht, wie schwer das im Tor ist, anstatt vorne drin zu stehen und die Dinger einzulöffeln.
Quelle: Junge Welt vom 23.04.2010
09.04.2010
Eigentlich ist alles normal, d.h. wie immer. Bayern München wird Meister und Pokalsieger, weil das die beste deutsche Mannschaft ist. Aber sie haben international noch Olympique Lyon am Halse.Gut,gehen wir der Reihe nach.
Die Bayern gewannen zweimal gegen den härtesten Rivalen Schalke 04 in Gelsenkirchen.Leverkusen verlor wie erwartet und schlug sich in die Büsche der Tabelle. Am Tabellenende ist allwöchentlich ein Hauen und Stechen. Selbst der fest abgestiegene Berliner Verein Hertha BSC erwacht aus dem Koma.
Die zweite Liga steht der ersten an Spannung nicht nach. Kaiserslautern sieht als Aufstiegsaspirant sehr gut aus. Das Gegenteil hört man von Rot Weiß Ahlen. Sie kämpfen allwöchentlich, als wäre noch etwas zu retten. In der Wuhlheide will man demnächst mal verlieren, um die ständigen Unentschieden zu kippen. Wer den 1. FCK in das Oberhaus begleitet, steht in den Sternen.
Aber ja doch, die dritte kommt noch. Einen Satz muß ich vorher noch einschieben. Rostock und Cottbus gewinnen beide unerwartet – doppelt glücklich.
So! Jetzt aber zur dritten. Hohes Lob der Truppe aus Jena, wie die sich hochgearbeitet haben! Das 2:2 in Ingolstadt war ein Erfolg.
Brandenburg 03 gegen Einheit zu Pankow 1:1. Unsere aktiven 60er schlugen Nord-Wedding 2:0. Beide Tore machte Manne Müller. Im Pokalspiel gegen Hertha Zehlendorf überfuhr die Truppe den Gegner mit 5:1. Weixelbaum, Gütschow, Frisch und von Münster (2).
Quelle: Junge Welt vom 09.04.2010
26.03.2010
Daß Frankfurt die Bayern schlug, war eine Überraschung, Dortmunds 3:0 gegen Leverkusen war schon keine mehr. Herthas 5:1-Sieg in Wolfsburg war eine Sensation. Schalke ließ unglücklicherweise einen Punkt in Hamburg. Am Sonnabend nach dem Westschlager Bayer Leverku sen gegen Schalke 04 sind wir gewiß schon etwas klüger.
In der 2. Liga überfuhr Hansa Rostock die Duisburger zur Freude seiner 11000 Fans mit 3:1. Cottbus unterlag St. Pauli 0:1, der FC Union kam in der Wuhlheide gegen Alemannia Aachen über ein 0:0 nicht hinaus. Kaiserslautern holte einen Punkt bei Fortuna Düsseldorf. Na, wer will die Roten Teufel noch toppen? Gut schlagen sich in der 3. Liga Jena und Wismut Aue.
Daß unsere 1. Männer gut in die 2. Halbserie gestartet wären, kann man nicht gerade behaupten, zumal wir gegen Liria über ein 0:0 nicht hinauskamen.
Die 32er haben einen Lauf. Bei Rehberge genügte ihnen ein Tor von Dominik Labs, im Nachholspiel in Pankow gegen den TSV Rudow eins von Kay Seefeldt.
Unsere 50er schlugen die Herthaner von »Toms Hütte« 3:0. Das waren die Torschützen: Newerla, Greil und Wernicke.
Nun zu unseren alten Lieblingen, der AK 60. Sie geben ja nie Ruhe, bis sie ganz oben sind. Lange stand es 1:1 gegen Eintracht Mahlsdorf. Ich hatte mir den Fuß gebrochen, konnte also nicht spielen. Gütschow, Wrege und Frisch sorgten aber für den 3:1-Sieg. Ich bedanke mich bei Friedhelm Charlet für seine ausführliche Berichterstattung und seine Genesungswünsche. Wenn Pankow gewinnt, geht es mir am Tage danach schon wesentlich besser.
Viel Glück am Sonntag beim Spiel gegen Hertha OR in Zehlendorf.
Quelle: Junge Welt vom 26.03.2010
12.03.2010
Was hab’ ich behauptet? Auf Leverkusen ist Verlaß. Wenn es um den Titel geht, können sie nicht gewinnen. Rudi Völler trug die Niederlage wie immer mit Haltung. Schalke gewann in Frankfurt und ist an den Pillendrehern vorbei. Hoffenheim verlor zu Hause gegen Mainz und versinkt in der Anonymität.
In der 2. Bundesliga hofften die Berliner, daß Union gegen Duisburg endlich den Hebel rumlegt und drei Punkte einfährt, aber der MSV entführte mit einem überragenden Starke im Tor die Punkte aus der Wuhlheide. Cottbus erfreute seine Anhänger mal wieder mit einem 3:1 gegen Allemania Aachen. Rostock verlor zu Hause gegen den Tabellenletzten Ahlen und trennte sich danach von seinem Vorstandsvorsitzenden. Der alte Trainer war schon abgelöst. Der nächste Schuldige, den es erwischt, wird wohl der Zeugwart sein.
Apropos Prügelknabe. Wen erwischt es im Clinch Amerell gegen Kempter? Es könnte ein Dritter sein. Das kann, aber es muß nicht Theo Zwanziger sein, obwohl in dem Laden sicher schon einige auf der Lauer liegen.Die Nachwintersaison brachte für den VfB Einheit zu Pankow eitel Sonnenschein. An der Spitze schlug die AK 60 zu. Sie gewann durch ein Tor von Goalgetter Volker von Münster in Adlershof 1: 0 und dann gegen Tabellenführer Hertha BSC 2: 1. Das ist eine solche Überraschung, daß die Buchstaben nicht in die Maschine wollten. Die Stimmung bei den alten Herthanern war dementsprechend. Manne Müller machte die Pankower Tore. Die Zweite gewann 3: 1. Unsere Verbandsliga-Senioren gewannen bei Italia durch Tore von Wolter und Seefeld (2). Überragend Milac im Tor. Die Erste machte fünf Stück. Tesfu, Röhlig, Parrera Carbonero, Bender, Wegner. Der Trainer war zufrieden. Und das will etwas heißen. Das letzte Mal geschah dies im März 1928.
Quelle: Junge Welt vom 12.03.2010
05.03.2010
So, nun hat sich die Bundesliga wieder eingerenkt. Bayern ist wieder Spitzenreiter, das 1: 0 genügte gegen den HSV, weil Leverkusen mit dem Unterhaching-Syndrom gegen Köln nicht gewinnen konnte. Das Kohlenpott-Derby war im Prinzip wie immer: Schalke gewann 2: 1, Kuranyi brach Hummels den Unterkiefer, Magath fluchte gegen Gott und die Welt. Am Tabellenende machten Bochum, Nürnberg, Gladbach und Freiburg ihr Pünktchen. Nur Hertha guckte zu Hause mal wieder dumm aus der Wäsche.
In der 2. Bundesliga sah es so aus: Bielefeld gewinnt in Sankt Pauli, Union Berlin verliert in Ahlen, Rostock macht in Fürth ein richtig gutes Spiel und verliert trotzdem 1: 0. Also Gottes Segen ruht nun wirklich nicht auf den Hanseaten. Cottbus reißt auch keine Bäume aus, aber holt wenigstens einen Punkt in Frankfurt beim FSV.
In der 3. Bundesliga holte Dresden beim Tabellenführer Osnabrück einen Punkt. Und das in einer Situation, wo die Stadt Dresden ihre Traditionsmannschaft im Regen stehen läßt. Hier steht die Insolvenz vor der Tür. Wismut Aue schlägt die Wuppertaler mit einem einzigen Törchen. Rot-Weiß Erfurt kann mal wieder nicht über seinen Schatten springen und verliert zu Hause gegen Heidenheim mit 1: 2.
Dienstag abend kam der deutsche Nachwuchs gegen Island in Magdeburg nicht über ein Remis hinaus. Das angepeilte Halbfinale erledigte sich dann selbst, Herr Minge.
Unsere neu formierte Nationalmannschaft hatte sich Maradona mit seinen Argentiniern eingeladen. Deutschland verlor 1: 0, Adler sah nicht sehr glücklich aus. Ich auch nicht.
Quelle: Junge Welt vom 05.03.2010
24.02.2010
Ich hätte alles erwartet, aber nicht, daß der Grüßaugust der Nationalelf zur Eröffnung der Karnevalssaison den Aufstand probt. Ich hätte auch nicht gedacht, daß Theo Zwanziger das leichte Rütteln an seinem Thron so energisch zurückweisen würde. Eine angenehme Unterschätzung meinerseits. Ja, auch in der Demokratie gibt es auf dem Wege nach oben immer wieder Stufen, die man behutsam erklimmen sollte.
In der Bundesliga muß man nicht auf den Titel für Leverkusen hoffen (weil die Bayern so stark sind). Leverkusen hat den Unterhaching-Komplex. Borussia Dortmund hat gar keinen Komplex, ist aber mannschaftlich schwächer als ihr Ruf. Und das seit Jahren. Magaths 04 kann in diesem Jahr auch noch keine Bäume ausreißen.
In der 2. Bundesliga hat Kaiserslautern mit seinem Zwischenspurt das Aufstiegsziel fest ins Auge gefaßt. Es ist den treuen Betzenberg-Fans zu gönnen. Ehrenwert sind die Feinsinnigen von St. Pauli mit ihren Aufstiegsambitionen. Es lauern noch Bielefeld und Düsseldorf. Ganz überraschend gewann der Letzte Rot-Weiß-Ahlen in München 1: 0.
In der 3. Liga nullnummerte Spitzenreiter Osnabrück beim Verfolger Ingolstadt. Heidenheim besiegte Sandhausen und muß ernst genommen werden. Jena machte mit großem Anhang ein Tor gegen Aue und Dresden gewann gegen Bayern München 2: 0 - wenn das auch nur die zweite war; die Freude war groß wie in alten Zeiten.
Der Pokal. Werder Bremen gewinnt verdient 2: 1, aber volle Anerkennung für die Hoffenheimer, die mit sieben Ersatzleuten eine gute Mannschaftsleistung boten.
Die Ü60 (1. und 2.) grüßen von ihrem 20. Trainingslager auf Cran Canaria. Tolle Bedingungen bei 20 bis 25 Grad. Der blanke Neid schüttelt meinen alten, halb erfrorenen Körper.
Quelle: Junge Welt vom 24.02.2010
29.01.2010
Es ist eines der komischsten Erscheinungsbilder in der Politik – aber auch der unangenehmsten – daß die Berufspolitiker sich ständig als Fachleute ausgeben müssen. Nach einer Legislaturperiode als Landwirtschaftsminister werden sie Verkehrsminister, darauf Finanzminister und dann Innenminister. Keinen interessiert, daß sie eigentlich über wenig viel sagen können. Nachdem sich langsam aber sicher an der zahnlosen Basis das gestreute Gerücht breitgemacht hatte, daß in der Parteispitze einige Posten frei würden, geisterten auch blitzschnell die Namen der Geweihten durch das Fußvolk. Im ND erscheint eine Gastkolumne der Gesine Lötzsch (stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken), die vom Fußball nichts versteht, aber eine Traumologie unters Volk streute. »Tore und Selbsttore«. Hätte sie doch lustigerweise den Begriff »Doppelspitze« aus dem Fußball-Lexikon gewählt. Wenn dir ein Philosoph Rot-Weiß Oberhausen erklärt, mußt du verdammt schürfen, ehe du ihn bruchstückweise verstehst. Aber das wird ihr mit dem Ernst nicht leichtfallen.
Unsere Handballer verloren ihre EM-Spiele reihenweise. Dabei war alles schon auf Sieg gepolt. Irgendein Unbedarfter im Präsidium wählte schon eine neue Handball-Hymne, die ihm ein gewisser Ötzi oder so ähnlich aufs blinde Auge gedrückt hatte an Stelle der Nationalhymne »Sweet Caroline«. Gottlob blieb uns das Ärgernis erspart.
Beim Hallenturnier schleppten Klausi und seine Frauen schon sehr früh die Kuchenbleche, die Buletten und den Kaffee in die Halle. Die Bierfässer rollten an. Die Gebrüder Milack schmeckten ab und tranken an. Die Einheit-Schiedsrichter Janz, Löffelbein und Lange pfiffen an. Und da liefen die alten Helden alle rum: Dr. Weixelbaum, Dr. Mach, Utze Solfrian, Werner Heine, Ernst Löffelbein, Bernd Tiffert und mehr. Als Jörg Milack die Halle zuschloß, hoffte er, daß alle draußen wären.
Quelle: Junge Welt vom 29.01.2010
15.01.2010
Ja, es geht wieder los. Heute schon empfängt Bayern München die Hoffenheimer. Das müßte der holländische Trainer schaffen. Hertha spielt in Hannover, da müßte für die Berliner ein Punkt drin sein. Union empfängt Oberhausen. Sicher kein leichtes Spiel, aber machbar. Keiner will absteigen, aber alle wollen Meister werden. Die ganze Woche läuft schon in Afrika der Nationen-Cup. Da tauchen von England über Holland bis Deutschland die Spitzencracks der afrikanischen Staaten von der Elfenbeinküste bis Nigeria auf. Dementsprechend wird hier auch schon guter Fußball angeboten. Entsetzlich dagegen der Überfall von Separatisten auf den Mannschaftsbus von Togo mit drei Toten und mehreren Schwerverletzten.
In der Bild-Zeitung erschien Ende Dezember eine Reportagefolge über ehemalige Spieler des BFC Dynamo. Terletzki, Ernst, Trieloff, Netz, Rudwaleit und Bogs waren die Leidtragenden; d. h. während Rudwaleit und Bogs locker und nicht unzufrieden über ihr »Fußballeben« plauderten, sah es bei Norbert Trieloff stellenweise grausam aus. (Nicht weil er nach der Wende für monatlich 600 Mark als Sauerländer bei der SpVgg Holzwickede gespielt hat, sondern weil er um den Mordauftrag Mielkes für Eigendorf wußte.) Oder bei Frank Terletzki, den ich noch letztes Jahr in der Ü 50 für Hertha BSC im Punktspiel bei Einheit Pankow erlebte. Er ist bis heute ein Schrecken für Gegenspieler und Schiedsrichter geblieben.
In Leipzig hat sich eine neue Mannschaft mit ganz großen Plänen etabliert: RedBull Markranstädt. Eine Firma, die mit geringem Produktionsaufwand große Gewinne abwirft. Wir werden in der Krombacher Runde und der Toyota-Bundesliga, neben den Erdinger Weißbierfans bald nur noch Firmennamen im Sport finden.
Quelle: Junge Welt vom 15.01.2010
31.12.2009
Zwischen Weihnachten und Neujahr werden die schweren Geldsäcke durch die Flure der Mannschaften geschleift. 50 Millionen bietet Chelsea den Bayern für Ribery. Eine Milliarde ein Ölscheich für den Erwerb von Real Madrid. Und Nürnberg bietet Millionen. Und Hertha bietet Millionen. Alle wollen sich verstärken. Es gibt so viel gutes Geld, aber zu wenig gute Spieler, die man von einem auf den anderen Tag kaufen kann.
Geld ist kein Problem. Überhaupt nicht. Im Fernsehen habe ich erfahren: Wenn du kein Geld hast, einfach zur Bank gehen. Sie geben dir dort jede Summe, die du brauchst, und du kannst dir all deine geheimen Wünsche erfüllen. Auch ohne Schufa. Manchmal denke ich. Geh’ doch zur Bank, hol’ dir Geld und kauf’ dir den Olic. Oder den Lehmann. Vielleicht gäb’ es für den momentan Rabatt. Oder wir verkaufen den Tesfu an Hoffenheim. Aber den brauchen wir in Pankow ja selber.
Die zweite Halbserie wird jedenfalls genügend Zündstoff bieten. Wer wird Meister? Die Bayern haben sich nach vorn gearbeitet. Noch sieht Bayer Leverkusen gut aus, aber ich habe nicht das große Vertrauen in die Pillendreher. Seit Unterhaching nicht mehr! Schalke geht auch nicht, die Fans würden dann nämlich den Kohlenpott umgraben. Und Walter Vieten in Arnsberg sein Auto blau-weiß spritzen. Der HSV packt es wohl eher bei den Handballern. Die blaue Hertha sieht grau aus. Nur noch ein Wunder kann sie retten. Da haben wir wohl in der nächsten Saison den Lokalschlager Hertha BSC gegen Union in Berlin. Cottbus und Rostock haben sich gut herausgemacht. Ich hatte es sehr gehofft.
Allen Spielern, Funktionären, Zuschauern und Familien einen guten Rutsch ins neue Jahr und Spaß beim VfB Einheit zu Pankow.
Quelle: Junge Welt vom 31.12.2009
18.12.2009
Daß die Bayern in Turin bei Juventus 4:1 gewinnen, also wenn das keine Überraschung ist, dann weiß ich’s nicht. Sie legen dann in Bochum noch fünf Tore nach, und bei den Spitzenclubs der Bundesliga beginnt schon wieder das Fracksausen. »Flatter« Leverkusen wird schon leise. Nur Schalke unter Magath haut auf den Putz. Stuttgart im Abstiegsfeld trennte sich von Babbel. Bei den Schwaben macht Herr Lehmann aber weiter das Treiben verrückt. In der 2. Liga strebt Kaiserslautern weiterhin zielgerichtet nach oben. Hinter den Pfälzern nehmen sich Fortuna, Union und Bielefeld gegenseitig die Punkte ab. Rostock und Cottbus werden wohl die Klasse auch in diesem Jahr erneut halten.
In der 3. Liga hat Osnabrück den Trainer verloren und die Spitze gegen Brausnchweig gewonnen. Wismut Aue, Carl Zeiss Jena, Rotweiß Erfurt und Dynamo Dresden blieben unbesiegt, wobei die Dresdener Tabellenletzter blieben. In der Regionalliga holte Babelsberg im Vorbeigehen die Punkte bei Hertha BSC II. in der Hauptstadt ab. Außerordentlich gut schlägt sich der Thüringer Aufsteiger Meuselwitz in der neuen Liga. Er hat schon größere Städte und renommierte Vereine hinter sich gelassen.
In der Bundesliga der Frauen schlug Turbine Potsdam den FC Saarbrücken 5:1 und festigte die Spitzenposition. Bajramaj war mal wieder die beste Spielerin bei Turbine.
Bei Einheit Pankow gab es kaum Zufriedenheit an diesem unwirtschaftlichen Wochenende. Die Bezirksliga fiel aus, die Senioren verloren ihr Verbandsligaspiel gegen den Frohnauer SC mit 3:1, obwohl Labs in der 61. Minute den VFB in Front geschossen hatte. In der Altliga verlor Pankow gegen Concordia Wittenau 4:3; das Anschlußtor von Joppien (85.) fiel leider zu spät. Die anschließende Weihnachtsfeier soll wesentlich erfolgreicher gewesen sein.
Quelle: Junge Welt vom 18.12.2009
04.12.2009
Die 3:0-Niederlage von Union auf St. Pauli könnte ein Berliner noch mit einer Handbewegung abtun, das armselige 1:3 von Hertha gegen die Gäste aus Frankfurt kommt einer Katastrophe gleich. Die Eintracht ist momentan, weiß Gott, keine Spitzenmannschaft; aber um in Berlin zu gewinnen, dazu reicht es immer noch. Das Abstiegsgespenst steht hinter der Gardine und grinst. Daß es Stuttgart nach der schweren Niederlage in Leverkusen ans Eingemachte geht, liegt auf der Hand. In der Zweiten Liga marschiert Kaiserslautern voraus. Cottbus nimmt Oberhausen maß und Rostock gewinnt am Main beim FSV.
In der 3. Liga machten Erfurt und Jena drei Punkte, und auch Dresden ließ sich von Heidenheim nicht überraschen. Lediglich Wismut Aue sah in Braunschweig nicht sonderlich gut aus. Offenbach, der Tabellenführer rettete zu Hause gegen Sandhausen mit Glück einen Punkt. In der Frauen-Bundesliga gewann Turbine Potsdam mit 4:0 in Bad Neuenahr und blieb an der Tabellenspitze.
Friedrich Charlet ließ mich wissen, daß die 1. Männer von Einheit Pankow in Mahlsdorf trotz 16 Kranker und Verletzter 1:0 gewann, aber zu Hause gegen Borsigwalde 2:3 verlor. Die 40er Altliga machte gegen den Tabellenzweiten Teutonia Spandau ein gutes Spiel (1:1), Torschütze Thomas Heinrich. Herausragend unser Torhüter Andre Wianke. Die 7er Altliga AK 40 festigte den 2. Tabellenplatz mit einem 8:4 gegen Wacker Lankwitz. Marcel Reuter, Lutz Lehmann und Dirk Weißbach waren hier die Besten. Engelhardt (2), Labs und Rosalski schlugen Lichtenberg 47, danach ging es nach Staaken, wo Wikowski, Labs, Persike und Engelhardt die Tore machten. Als bester Spieler in einer sehr guten Mannschaft fiel »Kaule« Heide auf. Damit konnten sich unsere 32er Senioren endlich aus der Abstiegszone verabschieden. Möge es so bleiben.
Quelle: Junge Welt vom 04.12.2009
20.11.2009
Die Jörg-Schulze-Festspiele nehmen in Pankow ihren Fortgang. Als die Reinickendorfer Füchse in der zweiten Halbzeit führten, wurde bei Einheit Jörg Schulze eingewechselt und der machte mit zwei schnellen Treffern alles klar, Dexheimer steuerte noch ein Tor bei. Der VfB ist auf dem Vormarsch. Die zweite Mannschaft machte durch zwei schnelle Tore von M. Schulz kurz vor Ende der Partie gegen Eiche Köpenick alles klar. Die 32er verloren in Spandau bei den Kickers mit 4:2. Die erste lag in der zweiten Halbzeit schon 1:2 zurück und erkämpfte sich noch einen 5:3-Erfolg. Unser Tesfu, der sich noch schwer verletzte, machte drei sehr schöne Tore, und Jechow, der ihm kaum nachstand, belohnte seine aufopferungsvolle Partie mit zwei schönen Treffern.
Die Schweizer U 17 ist Weltmeister! Was sich ihnen entgegenstellte – Deutschland, Italien, Nigeria, Brasilien – alle wurden erledigt. Der Fußballzwerg hat sich ein Denkmal gesetzt. Sie waren die dichteste Mannschaft. Deren einzelne Teile griffen ineinander wie bei keiner anderen Nation. Ich gestehe es gern, ich habe ihnen im Endspiel die Daumen gedrückt. Die Freude der Sieger kannte dann auch keine Grenzen.
Am Mittwoch abend mußte die Nationalmannschaft dann ins Vorbereitungsspiel gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen. Ballack und Klose fielen wie vorausgesagt leider aus. Podolski verwandelte in der ersten Halbzeit einen Foulelfmeter zum 1:0. Nach 1:2-Rückstand in der zweiten Hälfte (Fehler von Neuer) machte Podolski das 2:2. Ein gutes Spiel unserer Auswahl.
Die U 21 enttäuschte in Nordirland. Nachdem ihr in der 89.Minute das 1:0 gelungen war, schafften die Nordiren eine Minute später den Ausgleich. Otto Rehhagel fährt mit seinen Griechen zur WM. Sie besiegten die Ukraine 1:0. Slowenien und Algerien Sensationssieger.
Quelle: Junge Welt vom 20.11.2009
06.11.2009
Ich entsinne mich noch, wie die Westpresse sich über die Vereinsnamen lustig machte: Waggonbau Ammendorf, Kali Werra Tiefenort, Horch Zwickau und Tiefbau Berlin. Heute heißen die Brüder und Schwestern auch Bayer Leverkusen, Red Bull Leipzig, Quelle Fürth, Alba Berlin etc. Es geht um Werbung und Profit. Dabei sollen wir wirklich denken, den Milliardären von Hasseröder, Bitburger und Jever geht es bei der Losung »Fußballer trinken unser Bier« um die Gesunderhaltung der Sportler – also da muß ich aber lachen.
Die Bayern ließen zwei Punkte in Stuttgart, und die ganze Verfolgermeute konnte nicht davon profitieren. Hamburg nicht, Leverkusen nicht, Schalke nicht, Bremen nicht.
Dann mußten sich die Bayern zu Hause Girondins Bordeaux beugen. Das 0:2 verschlug selbst dem Trainer die Sprache. Die »Wölfe« gewannen in Istanbul gegen Besiktas ganz überlegen mit 3:0. Der VfB Stuttgart mußte nach Sevilla. Nach großem Spiel erreichte man ein 1:1.
Unsere Jünglinge mußten in Nigeria gegen die Eidgenossen ran, die immerhin die Brasilianer besiegt hatten, und verloren in der Verlängerung 3:4.
Die erste Mannschaft des VfB Einheit zu Pankow mußte nach Spandau zu Galatasaray und verlor 1:0. Und dabei war Torhüter Teige noch der beste Mann. Die zweite Männermannschaft mußte schon am Sonnabend bei Blau Gelb an die Front. Ich erkannte die Mannschaft nicht wieder. Beim Stand von 1:0 erwartete ich den obligatorischen Einbruch, zumal wir nur noch neun Mann auf dem Platz hatten. Nein, es kam alles ganz anders. Die Rumpfelf kämpfte und konterte, wie ich sie noch nie erlebt hatte und machte noch das 2:0. Die Freude war riesig. Weiter so, Jungs!
Die 50er kassierten zwei hohe Niederlagen, während unsere Startruppe – die Ü 60 – sich mit 8:4 und 2:0 ziemlich mühelos ins Pokalhalbfinale kämpft.
Quelle: Junge Welt vom 06.11.2009
23.10.2009
Als Hertha die Tabellenspitze der 1. Bundesliga übernahm, läuteten in Berlin alle Glocken, und die lokalen Blätter wiesen auf das Wunder in der Hauptstadt hin. Ja, selbst Herr Wowereit hängte sich mit rein. Wer jedoch mit dem Berliner Fußball vertraut ist, warnte vor Ungemach. Und dann mußte der Sportsfreund Hoeneß über den Jordan gehen (Coach Favre verließ das sinkende Schiff), Schalke gewann in Stuttgart und hinterließ ein großes Gebabbel. Cottbus verliert, Rostock verliert. Dresden verliert, Erfurt verliert – aber Jena schlägt Ingolstadt. Ach ja, Union verliert auch zu Hause gegen Greuther Fürth. Die Franken waren eine Idee besser.
Unser Nachwuchs hatte bei der WM in Ägypten Pech. Bis zu 89. Minute führte Deutschland 1:0. Dann schossen uns die Brasilianer noch aus dem Wettbewerb. Der Fußballgott verhinderte aber durch Ghana noch deren Sieg im Finale.
Auch Einheit Pankow führte bei Liria bis kurz vor Schluß mit 1:0, da nahm ihnen der Hausherr mit einem Freistoß noch den verdienten Sieg.
Die Ü-32er führten schon durch Tore von Engelhardt und Labs bis zur 80. Minute 2:0, dann entrissen ihnen die Rehberger noch den Sieg. Man staunt, wie sie das immer wieder hinkriegen. Die 2. Mannschaft verlor beim Spitzenreiter trotz tapferer Gegenwehr. Unsere jungen Alten mußten gegen Oberspree einen 0:1-Rückstand von Heinrich sen. wettmachen, ehe die spät eingewechselte Geheimwaffe Jörg Schulze den Sieg perfekt machte. Die Ü 50 und Ü 60 scheuchen ihre Gegner vor sich her: In Lichtenberg 47 8:1 gewonnen, in Schmöckwitz 4:2 gewonnen, gegen Spandau 3:1 gewonnen. Wenn die Alten mal ein Spiel verlieren, ist bei Einheit gleich Halbmast angesagt.
Quelle: Junge Welt vom 23.10.2009
09.10.2009
Die drei Tore, welche der HSV der Berliner Hertha reinwurschtelte, waren wohl die Sensation dieses Spieltages. Tausende Fans verließen schon vor dem Schlußpfiff das Stadion. Nun brauchen die Hertha-Funktionäre sich nicht zu sorgen, weil sie auf die Eigenart ihres Publikums bauen können: Am nächsten Spieltag sind die Berliner alle wieder da, um sich die Niederlage abzuholen. In Balven (Sauerland) soll eine Frau getippt haben, daß Köln bei den Bayern nicht verliert. Cottbus und Rostock holten auswärts Punkte, was Union nicht gelang. In der 3. Liga erfreute Aue seine Anhänger mit einem 3:1 gegen Regensburg, während Dresden nach einer Niederlage in Bremen ganz unten in der Tabelle landet und seinen Trainer in die Wüste schickt.
Hertha, Tabellenletzter, schickt nun im Schiedsrichterbereich auch seine Tabellenletzten in Berlin herum. In Pankow kreuzte ein gewisser Richter auf. Zwanzig Jahre blieb ich meinem Grundsatz treu, nicht gegen einen Schiri zu schimpfen. Bei diesem »Kollegen« geht es nicht. Er kann in einer Strafvollzugsanstalt zum Kaffee pfeifen, aber nicht auf einem Fußballplatz. Ob ihm die Wahl auf den Sack gegangen ist oder seine Frau? Oder ob er von der Natur benachteiligt ist? Natürlich kann er sich gesellschaftlich tummeln. Nur pfeifen sollte er nicht.
Unsere 32er mußten zum Favoriten Oberspree und – ei der Daus - hauten ihm den Titel um die Ohren. Wikowski machte zwei Kontertore, nachdem Seefeldt in der ersten Hälfte schon eins vorgelegt hat. Grond, Kermit und Woiton machten bei Türkiyemspor mit drei Toren alles klar. Am Sonntag bei Hertha wird es viel schwerer. Wie oft habe ich nach einem Spiel gesagt: Es gibt keine Steigerung mehr. Nach dem Spiel unserer Jungs gegen Nigeria (3:2) sagte ich: Das ist nicht mehr zu toppen. Unsere Jungs waren absolute Weltspitze. Aber absolute.
Quelle: Junge Welt vom 09.10.2009
25.09.2009
Im Ruhrgebiet, also dem ehemaligen Kohlenpott, war am Wochenende Fröhlichkeit ganz klein geschrieben. Schalke nicht gewonnen, Dortmund nicht gewonnen, Duisburg verloren, Oberhausen verloren, Leverkusen nur remis gegen Werder Bremen. Die große Freude aber bereiteten uns die Frauen der Nationalmannschaft, die mit unfaßbarem 6:2 über England Europameisterinnen wurden. Und die Frauen von der Insel waren ein ganz starker Gegner. Unsere jungen Frauen und die alten Herren aus dem Vorstand waren kaum noch einzukriegen. Wir gratulieren auch von ganzem Herzen.
Die Sensation des Wochenendes fand in Berlin statt. Die alte Hertha kam vom Sofa nicht hoch bis auf den Rasen und verlor gegen Freiburg mit sage und schreibe 0:4. Die fuwo titelte vorsichtig: Droht Hertha der Abstiegskampf? Und stürmt Union in die Bundesliga? Ja, was dem einen Apokalypse ist, ist des anderen Paradies.
Die ersten Männer des VfB Einheit zu Pankow mußten gegen SSC Südwest »ohne sieben«, also mit entsprechendem Ersatz aufs Feld. Was nur wenige erwartet hatten, trat ein: Es lief wie geschmiert. Wegener, Heinrich und Panera Cabonero machten die Tore. Die II. schlug Brandenburg 03 mit 4:1. Förtsch, Offermann, Meier und Frenzel trugen sich in die Torschützenliste ein. Fitti Charlet zog es schon früh nach Rehberge, er wollte seinen Torwart Wianke sehen. Und der enttäuschte ihn nicht. Er hatte drei Hände mitgenommen. Jeschow (2), Woiton (1), Heinrich sen. (1) und Schulle (1) gewannen 5:1. Heimel, der Coach, machte mal wieder alles richtig. Die U 60 gewann gegen Nord/Wedding 3:0 und ihre II. gegen Wilmersdorf 4:1.
Die Pokal-Deppen: Nürnberg, Bielefeld, M’Gladbach, Bochum, Cottbus, Freiburg, Leverkusen, HSV, Hertha.
Quelle: Junge Welt vom 25.09.2009
28.08.2009
»Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?« (Matthäus, 8,26)
Nein, die Männer der Ersten von Einheit Pankow sind keine designierten Absteiger. Nein, trotz des mißlungenen Starts. Nein! Die Mannschaft hat genug Format, um oben mitmischen zu können. Gegen Brandenburg 03 machte sie drei Tore. Es hätten leicht sechs sein können. Heinrich, Röhlig und Tesfu waren die Torschützen. Aus einer homogenen Mannschaft ragten Ruß und Stude noch heraus.
Im Pokal der 60er schlugen unsere Alten den Frohnauer SC mit 8:1. Der überragende Manfred Müller machte allein vier Tore. Die Freude hielt sich in Grenzen, weil man nicht zu Null gespielt hatte. Die Zweite verlor gegen den Steglitzer DB mit 2:6. Die 32er und 40er steigen erst am Wochenende ein. Gerüchterweise sind beide noch im Trainingslager im Nordkaukasus oder in der Schönholzer Heide. Ich weiß es nicht.
Der Hammer der Bundesliga war die Hoeneß-Pleite beim Karnevalsverein in Mainz, obwohl ich den Sieg von Hannover nicht unterschätze. Der HSV war in Wolfsburg auch nicht schlecht.
In der 2. Liga gewinnt St. Pauli 5:1 in Aachen. 3. Liga Dresden vs. Aue 14 650 (ausverkauft) Jena vs. Erfurt 11 500 (ausverkauft). Nach diesen Zahlen lecken sich Zweitligisten die Finger.
Es sieht so aus, als wollten die Wuhlheider den »langen Marsch« in die 1. Liga antreten. Da kommt die Stasi, und wieder ist der Zoff auf der Titelseite. Dem VfB Stuttgart genügte nach dem 2:0 in Rumänien ein 0:0 zu Hause gegen den FC Timisoara, um an den großen Topf mit den Champions-Millionen zu gelangen.
Mit den Münchner Bayern geht es bergauf. Sie gewannen am Mittwoch gegen Union mit 3:1.
Quelle: Junge Welt vom 28.08.2009
17.07.2009
Werbeträger und Millionenempfänger
Die Vorbereitungszeit auf die Punktejagd spült Erscheinungen ans Tageslicht wie die Werbenachricht »Sport ohne Bier geht überhaupt nicht«. Das ist für die Schalker Veltins-Arena offenkundig, ohne die Viktoria-Versicherung geht hier auch nichts. Da wird eine Viktoria-Nationalmannschaft ins Leben gerufen (nein, das ist kein Witz), die, von Olaf Thon trainiert, ein öffentliches Spiel austrägt; denn Schalke ist nicht nur Werbeträger, sondern auch Millionenempfänger der Versicherung. Und woher stammt das Geld? Von dir und mir, Sportsfreund.
Bei Deutscher Bundesbahn und Hertha BSC und Bitburger und Flughafen Frankfurt am Main – überall wandern die Millionen über gut gedeckte Tische. Und wo kommt das Geld her? Ach, das hatten wir ja schon.
Pocher ist neuerdings auch mit im Geschäft. Boris Becker muß im DSF Tag und Nacht alle fünf Minuten ein Glas Königs-Bier in seinen Partykörper schütten. Das ist auch nicht leicht.
Was wurden wir belächelt, als aus Rotation Leipzig Lok Leipzig wurde. Heute sind die Herthaner in Berlin stolz, daß sie Deutsche Bundesbahn auf dem Trikot stehen haben. Oder man heißt Red Bull oder Zwölf Apostel oder Toyota. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg benannte sich Jahn Werdohl in FSV um. Nach den Erfolgen in Afghanistan könnte man sich das ja noch einmal überlegen.
Auch Pankow benannte sich um. Wir heißen seitdem zwar noch immer Einheit – aber VfB Einheit zu Pankow. Und so marschieren wir auch in die nächste Saison der Berliner Bezirksliga. Die Vorbereitungszeit sieht wie jedes Jahr aus: Wir nehmen am Exer-Pokal teil und sehen schon im ersten Spiel (und zwar gegen Nordring) ganz jämmerlich aus. Die 1:4-Niederlage wurde vom Gegner mit Schmähgesängen untermalt, aber wir sahen zur Generalprobe immer ganz dünn aus und waren zur Premiere schon dicker da.
Quelle: Junge Welt vom 17.07.2009
03.07.2009
Über Endspiele und mehr
Das war ein Endspiel im Confederations Cup, wie wir es noch nicht erlebt haben. Zur Halbzeit führten die US-Amerikaner gegen Brasilien noch 2:0, verloren in der 84. Minute durch ein Lucio-Tor aber noch 2:3. Im Spiel um Platz 3 holten sich die Spanier in der Verlängerung noch die Bronzemedaille von Südafrika.
Es ist eine lange Reise von Südafrika nach Schweden. Am Montag abend mußten die deutschen Männer unter 21 in Malmö das schwere Endspiel gegen die Engländer bestreiten, zumal sie in der Vorrunde schon gegen eine B-Auswahl der Insulaner nur 1:1 gespielt hatten. Der Optimismus in beiden Manschaften war überaus groß. Sehr groß schien mir der Glaube an seine Truppe bei Horst Hrubesch zu sein. (Na, ja, wenn der Coach nicht an sein Team glaubt, wer sollte es dann?)
Es ging schon so herrlich los. Zuckerpaß von Ösil auf Castro: 1:0. Nach der Pause Freistoß von Ösil 2:0. Dann macht der lange Wagner noch das dritte und vierte Tor. Deutschland hat alle Europokale im Jugendfußball. Ein Wahnsinnserfolg. Wir können uns gratulieren.
Einheit Pankow ist auch sehr jugendaktiv. Unser Korrespondent Charlet berichtet: Der VfB Einheit zu Pankow veranstaltete am 26. und 27. Juni ein großes Turnier der G-Jugend (vier bis sechs Jahre) mit 32 Minimannschaften aus Ost und West. (u.a. mit Hertha BSC, Tennis Borussia, Dynamo und Lichtenberg 47). Beide Pankower Teams schlugen sich achtbar und landeten im vorderen Mittelfeld. Es gab Pokale und Urkunden wie Sand am Meer. Die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, Bockwurst und Salat zu Dumpingpreisen klappte hervorragend. Wieviel Arbeit doch in so einem Unternehmen steckt! Betreuer, Eltern und vor allem Schiedsrichter leisteten eine ganz hervorragende Arbeit. Wir sagen allen Beteiligten unseren herzlichen Dank.
Quelle: Junge Welt vom 03.07.2009
19.06.2009
An Friedrich-Wilhelm Charlet, Berlin-Heiligensee.
Lieber Fitti!
Da habe ich zum Ausklang der Saison am Sonntag ja wirklich nichts versäumt, weil die erste und auch die zweite Männermannschaft sowohl gegen Viktoria II. als auch gegen Berolina Stralau II. zu Hause 1:2 verloren. Dabei war unser Keeper wohl noch der beste Mann in der Bezirksligaelf.
Es wurde wirklich Zeit, daß Trainer Slomkowski seine Helden mal ein paar Wochen nicht sehen muß. Nach zwölfjähriger gründlicher Prüfung entschloß sich der Sportfreund Seefeldt urplötzlich, seiner Christine das Ja-Wort zu geben und den 32ern ein Tor zum 8:0 über TSV Rudow (Tore: Engelhardt, Rosalski, 2xWolter, Schulze, Resich, Meixner). Der Klassenerhalt ist mal wieder geschafft! Die 40er schlugen Grünweiß Neukölln 3:0. Sie hatten den Staffelsieg schon vorher gefeiert. Zum Ende der Saison ist es mir eine fröhliche Pflicht, dem Verantwortlichen im Jugendbereich Mario Honegger Dank zu sagen für seine durchgehend verantwortliche Arbeit in zwölf Jugendmannschaften.
Nun läuft täglich das Championat der besten U 21-Nationalmannschaften, und es lohnt sich, ihre Spiele im Fernsehen zu verfolgen. Deutschland gegen Spanien 0:0. Aber spannend! Unsere Auswahl in der 2. Hälfte überlegen. Zwei glasklare Torchancen. Nicht genutzt. Italien gegen Serbien auch nur 0:0. Ich denke, daß wir bei diesem Turnier in Schweden noch interessante Spiele erleben werden. Unsere Gruppe mit Finnland, Spanien, Deutschland und England bietet schon sehr bekannte Namen auf.
Gut, daß du mir das mit den 15 Jugendmannschaften nachgereicht hast, da wiegt die Leistung der Betreuer ja noch schwerer. In der Sauerlandliga ist der FSV Werdohl noch 2. geworden. Prima! Gruß, Edgar
Quelle: Junge Welt vom 19.06.2009
22.05.2009
Der letzte Spieltag steht vor der Tür. Wolfsburg würde ein Punkt gegen Werder Bremen genügen. Aber um ein Remis zu erreichen, muß man schon auf Sieg spielen. Hertha hat sich schon mal rausgekegelt. Schalke war zu stark für sie. Am Tabellenende ist es noch schlimmer. Die Niederlage gegen Mönchengladbach hat Cottbus in den Orkus gestürzt. Nur wenige glauben an einen Sieg gegen Leverkusen. Die ganze Abstiegsgesellschaft hat Heimspiele. Das wird am Sonnabend ein Hauen und Stechen!
In der 2. Liga heißt es auch nur: überleben. Wer glaubt, daß Rostock bei den abgestiegenen Wiesbadenern vielleicht eine etwas leichtere Aufgabe hätte, der wird sich aber umgucken, doch Osnabrück muß in Duisburg beim MSV auch erst einmal punkten.
In der Regionalliga Nord geht das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kiel und Halle weiter. Beide holten auswärts einen Punkt. Es sind noch vier Spiele.
In Magdeburg vor voller Hütte schlug im Finale der Europameisterschaft der U17 Deutschland die Niederlande mit 2:1. Das Siegtor schoß der Werderaner Trinks kurz vor Ende der Verlängerung mit einem sagenhaften Freistoß aus dreißig Metern in den Winkel. Ein großartiger Erfolg, zu dem wir unseren Jungen von ganzem Herzen gratulieren.
Beim HSV Rot-Weiß fraßen wir mal wieder drei muntere Dinger und haben uns auf den 6. Tabellenplatz heruntergearbeitet, aber es ist ja nach unten noch Platz. Aber ja, wir hatten auch wieder einen Platzverweis.
Die 32er schlugen Biesdorf 6:3. Tore: Engelhardt (2), Seefeld (1), Schattschneider, Reichenbach. Die 40er gewannen beim Berliner SC mit 1:0 durch ein Tor von Harry Koepke. Die U60 gewann am Dienstag abend 3:1 gegen Lichtenberg 47. Bei Lichtenberg stand der Altpankower Weinkauf im Kasten.
Quelle: Junge Welt vom 22.05.2009
08.05.2009
Jedes Wochenende ermöglicht neue Prognosen. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Wolfsburg und Bayern sehen im Augenblick sehr gut aus, während am Ende Karlsruhe rumbaumelt. Cottbus holte sich im Schwarzwald einen Punkt. Für Schalke war die Niederlage zu Hause gegen Leverkusen nicht ganz so tragisch. Sie sind ja dabei, den »Zwiefach-Posten« Magath an Land zu ziehen.
Werder Bremen und der HSV sind dabei, sich gegenseitig aufzureiben. Werder schien mir ein klein wenig in der Vorhand zu sein. Nach dem HSV-Sieg in Bremen würde ich am liebsten schon wieder die Fronten wechseln.
In der 2. Liga ist Rostock wie der Phönix aus der Asche gestiegen. Fünf muntere Dinge vor 27000 Fans gegen Kaiserslautern. Und dabei hatten sie schon am Montag beim Spiel Herforder gegen Lübzer Pils in Osnabrück einen Punkt geholt. Abgesehen von Wehen, das sich schon in die 3. Liga abgeseilt hat, hängen noch einige da unten drin. Ich erwähne nur Ingolstadt, Osnabrück, Ahlen und Koblenz. Und aufsteigen an die Fleischtöpfe Ägyptens möchten noch fünf, sechs Mannschaften.
Pankows I. Mannschaft kann nicht mehr gewinnen. Nachdem wir in Friedrichshain schon zwei Dinger gefressen hatten, wollten wir gegen Agrispor unbedingt drei Punkte. Trotz großen läuferischen Aufwandes der Mannschaft, sie kam über ein 0:0 nicht hinaus.
Die 32er erfreuten uns im Vorspiel mit einem 5:1-Sieg über Stern 1900. Schattschneider machte allein drei Tore. Seefeldt machte sein obligatorisches, Engelhardt lupfte einen Ball in vollem Lauf über den Tormann hinweg ins Netz. Rosalski hatte im Mittelfeld alles im Griff. 50er: Einheit vs. Lichtenberg 47 5:0. Ü 60 Einheit II. in Stern 1900 3:0. Die 40er 1:1 bei Brandenburg. Müßte reichen. Heimel, du packst das!
Quelle: Junge Welt vom 08.05.2009
24.04.2009
Spannender als im Augenblick kann es in der Bundesliga nun wirklich nicht zugehen. Die Bayern rüsten sich, den Titel zu holen. Wolfsburg ist auch nicht chancenlos, Hoffenheim kann mit der Rumpfelf kein Spiel mehr gewinnen. Mönchengladbach verliert trotz guter Leistung auch jedes Spiel.
In der 2. Bundesliga können noch fünf Mannschaften aufsteigen: Mainz, Freiburg, Fürth, Nürnberg und Kaiserslautern. Am Tabellenende hat Rostock mit dem neuen Trainer den Fehdehandschuh aufgenommen. Das 3:1 gegen Oberhausen war schon hervorragend. Nun geht es noch nach Osnabrück zum »Mitbewerber«. Ein ganz harter Brocken.
In der 3. Liga marschiert Union Berlin. Jetzt wurde auch bei der Fortuna in Düsseldorf gewonnen. Dresden half den Berlinern noch, indem sie zur Freude ihrer mitgereisten Fans in Paderborn 2:1 gewannen. Ja, das war schon eine feine Überraschung. Das 3:0 von Aue gegen Kickers Emden auch.
In der Regionalliga klopft Halle ganz oben an, während die favorisierten Magdeburger doch leicht enttäuschten.
Aus den Pankower Kampfarenen übermittelt unser Sonderkorrespondent Friedrich Charlet folgenden Bericht: VFB Einheit I. Mannschaft war froh, daß Internationale ein Selbsttor machte und uns einen Punkt schenkte. Die II. gewann durch Tore von Schäfer und Fischer bei Hilalspor 2:0. Die 32er schlugen Hilalspor in einem spannenden Spiel 4:1. Seefeldt machte die ersten beiden Tore, der Gegner das 2:1, ehe Engelhardt mit einem Bombenfreistoß in der 82. Minute das Spiel entschied. Er machte auch noch das vierte Tor. Die 40er siegten gegenWilhelmsruh 5:1. Tore: Jeschow sen. (2), Heinrich sen. (1), Woiton (1), Schulze (1). Die 7er Altligatruppe gewann bei Chemie Adlershof durch ein Tor von Mari Schulz 1:0.
Quelle: Junge Welt vom 24.04.2009
27.03.2009
Der gute Tremmel hatte gegen Köln in Cottbus einen rabenschwarzen Tag erwischt. Dieses 0:2 könnte für Energie schon das Ende aller Fröhlichkeit bedeuten. Karlsruhe geht es nicht anders. Mönchengladbach wurde auch wieder in den Orkus zurückgeschleudert.
Union steigt auf, obschon die Punktgewinne immer hauchdünn sind. Na ja, sie brauchen ihr Stadion an der Alten Försterei. Jena und Dresden brauchen auch dringend Punkte. Erfurt ernährt sich mühsam wie ein Eichhörchen, wird aber oft genug satt.
In der 2. Liga steht Hansa Rostock trotz des Trainerwechsels am Schwanz der Tabelle. Und jedes Wochenende wartest du vergeblich auf einen Sieg. Die haben Phasen, da spielen sie jeden Gegner an die Wand, und dann wird alles wieder verschenkt.
Kahn soll Sportchef bei Schalke werden. Warum nicht? Bei uns geht alles. Wenn eine Bank pleite macht, kriegt der Chef einen Bonus von einer Million Euro. Warum sollte Kahn nicht eine Million von Schalke kriegen?
Wir feierten mit der Ersten zwei Siege nacheinander. In Grünau 3:2 gewonnen, in Pankow gegen Teutonia 4:3 nach einem Zwischenstand von 4:0. Tesfu machte seine obligatorischen drei Tore nacheinander, Förtsch steuerte das vierte bei. Wagner hielt alles zusammen, soweit das in der zweiten Halbzeit möglich war. Unsere 32er gewannen überraschend 3:0 in Frohnau durch Tore von Wolter und Rosalski. Die 40er mußten zum Tabellenletzten ins Poststadion zu Union 06. Wir waren gewarnt vor dieser Elf. In der ersten Halbzeit konnten wir kaum erkennen, wer der Spitzenreiter war. Nach der Hereinnahme von Heinrich in der 46. Minute erhöhte Einheit den Druck und erzielt das verdiente 1:1. Gegen Biesdorf lief es dann wieder. 4:1.
Quelle: Junge Welt vom 27.03.2009
27.02.2009
Also, wenn das keine Sensation ist, daß Köln bei den Bayern in München 2:1 gewinnt, dann gibt es im Fußball keine Sensationen mehr. Christoph Daum jedenfalls tanzte ohne »Zusatzmittel« im Stadion umher, als hätte er den Karneval vom Rhein an die Isar mitgeschleppt. Als Zusatzgag sei noch erwähnt: Die Bayern hatten Poldi gegen seinen Freunde aufgestellt. Das werden ihm Hoeneß und Genossen nicht vergessen. Energie Cottbus schickte Werder Bremen geschlagen an die Weser zurück. Meine Freude über den Lausitzer Sieg wurde etwas gemindert, weil sich die Bremer so großartig verkauft hatten. Na ja, Mailand ist auch nicht Energie Cottbus.
In der 2. Liga geht es unseren Freunden aus Rostock furchtbar dreckig. Sie gewinnen einfach kein Spiel. Weder zu Hause noch auswärts. Jetzt erwischte es sie wieder in Mainz. Sicher bin ich voreingenommen; aber ich finde Hansa gar nicht so schlecht. Sie müssen nur endlich mal ein Spiel gewinnen! Fürth verlor in Koblenz den Anschluß zur Spitze wie in der 1. Liga der formunbeständige Leverkusener Club sein Heimspiel gegen den HSV. Die Meidericher Zebras nahmen München 1860 auseinander und möchten jetzt auch gern aufsteigen.
In Berlin legten Eis und Schnee den Spielverkehr lahm. Wie jedes Jahr. Gut so. Einheit Pankow hat dann drei Auswärtsspiele hintereinander. Das sind dann neun Miese, was der Liebe zwar keinen Abbruch tut aber dem Tabellenstand.
Vielleicht könnte man die Spiele in eine etwas günstigere Jahreszeit legen, wo es seltener schneit. Kleiner Hinweis: Sommer oder Herbst. Winter ist nicht so günstig. Natürlich geht es auch im Winter. Wenn die Plätze äquatorialer liegen, was man vom Pankower Zobelplatz nun überhaupt nicht sagen kann.
Auf dem Rasen war Hoffenheim kaum beizukommen. Nun versucht es ein gewisser Herr Baumbach oder so ähnlich auf dem Dopingwege.
Quelle: Junge Welt vom 27.02.2009
13.02.2009
Gegen Norwegen 0:1. Wer war der schwächste deutsche Spieler? Alle. Da gab es aber einige tolle Ergebnisse in der Bundesliga. Der HSV war zu dumm, einen 2:0-Vorsprung in Karlsruhe über die Runden zu bringen. Borussia Dortmund überkam in der 87. Minute das Mitleid mit den Bayern und schenkte den Lederhosen noch zwei Tore. Stuttgart gewann mit halber Kraft 4:2 über Leverkusen. Energie Cottbus schlug den Erzfeind Hannover 96 mit 3:1. Hoffenheim machte beim Tabellenletzten einen glücklichen Punkt. Fürth nahm in der 2. Liga am Millerntor Sankt Pauli mit 3:0 auseinander. Und Hansa Rostock war am Tivoli in Aachen die bessere Mannschaft, spielte aber nur 3:3. In der 3. Liga marschiert Union und marschiert. Der Aufstieg liegt zum Greifen nah. Dresden holte beim 2:2 in Emden einen wertvollen Punkt, wobei Bröker den Anschluß in der 47. und den Ausgleich in der 90. Minute machte. Jena und Aue einigten sich auf Spielausfall, im Winter ist es ihnen draußen zu kalt. Einheit Pankow trug drei Aufbauspiele aus, das erste Spiel gegen den Landesligisten Rüdersdorf wurde noch mit 2:1 gewonnen. Das zweite gegen den Bezirksligisten Blau-Gelb aber leider mit 4:2 verloren. Das kann am Sonntag beim BFC Südring ja heiter werden.
Quelle: Junge Welt vom 13.02.2009
30.01.2009
Es ist wieder soweit! Aus den muffigen Sporthallen kommen sie hervorgekrochen in die Kälte, wo sie von Millionen Fußballhungrigen schon sehnlichst erwartet werden. Nein, die Hallen waren auch in diesem Winter wieder gut gefüllt, und der Hallenfußball hat es verdient, daß man ihm Aufmerksamkeit gewährt. Bei uns sollen es die Damen sein. Deren Turnier in Magdeburg, das in bester Besetzung seine Fans begeisterte, fand mit Turbine Potsdam einen verdienten Sieger. Trainer Bernd Schröder lachte über beide Backen. »Wir haben in der Vorrunde viel Schwein gehabt, dann aber bei den Endspielen (Siege über Bayern München und Essen) zu sehr guter Form gefunden. Nach einigen Enttäuschungen in der Hinrunde tat dieser Erfolg doppelt gut.«
Das bekannteste Berliner Hallenturnier ist sicherlich das von VfB Einheit Pankow organisierte Oldie-Turnier in der Dynamohalle am Weißenseer Weg. Es lief wieder wie geschmiert. Leider blieb Einheit Pankow im Viertelfinale hängen, so daß die Gastgeber schon vorzeitig zum Bier greifen mußten. Präsident Jörg Milack sah im Endspiel den Weißenseer FC über Autotrans gewinnen. Ernst Löffelbein aus Pankow leitete umsichtig.
Die in der Verbandsliga unglücklich agierenden Senioren haben einen neuen Trainer: Dirk Weißbach. Anläßlich seines 50. Geburtstages erhielt er die Goldene Ehrennadel des Vereins, vom BFV die Silberne. Wie gesagt, dafür muß er nun das Traineramt übernehmen. Aber ja doch, ich hätte es auch gemacht, wir konnten uns jedoch finanziell nicht einigen. Ich wollte zwölf Euro, der Verein konnte aber nur 9,48 Euro anbieten. Darüber hinaus ging es nicht. Alexander John hat in der zweiten Mannschaft das Traineramt abgegeben, seine Nachfolger sind Dirk Janiszewski und Lutz Fischer.
DFB-Pokalsensation: Karlsruher SC gegen SV Wehen Wiesbaden 0:1.
Quelle: Junge Welt vom 30.01.2009
16.01.2009
Nun erreicht die Weltwirtschaftskrise natürlich auch den deutschen Fußball. Und da trifft sie auf die Allerärmsten, nämlich die unterklassigen Ostvereine, die schon seit Jahren kaum die Luft zum Atmen hatten, weil bekanntlich das wirtschaftliche Umfeld fehlt. Ihnen muß klargemacht werden, daß sie jetzt gezwungenermaßen die Möglichkeit haben, ohne Geld einen Sprung nach vorn zu tun. Hansjürgen Wille fragt in der Fußballwoche den NOFV-Boß Hans-Georg Moldenhauer: »Die drohende Rezession beeinflußt auch den Fußball. Welche Auswirkungen befürchten Sie?« Moldenhauer: »Die Vereine werden künftig noch schärfer kalkulieren müssen, zumal weniger Gelder aus den Fernsehverträgen fließen. Die angespannte Wirtschaftslage ist aber wiederum auch die Chance jener Vereine, die den eigenen Nachwuchs forcieren und ihm die Möglichkeit eines Einsatzes geben. Und da ist der Osten nicht zuletzt wegen seiner Fußballeliteschulen und Stützpunkte glänzend aufgestellt. Das sieht man auch in Berlin, wo Hertha BSC eng und erfolgreich mit der Poelchau-Schule zusammenarbeitet.«
Das erinnert mich doch sehr an die Valentinsche Philosophie, daß in jedem Unglück auch ein kleines Stückchen Glück steckt. Daß Moldenhauer als Fackel im Finanztunnel Hertha BSC anführt, sei lächelnd geschenkt, da Hunderte von Berliner Vereinen aus Finanznot kaum aus den Augen gucken können.
Der Hallenfußball ist nur ein Ventil für die Fans und kann selbst bei guter Besetzung immer nur Ersatz für draußen sein. Ergebnisse von einem gutbesetzten Turnier: Türkyemspor vs. Lichterfelde 4:0, Hertha II vs. Reinickendorfer Füchse 1:0. Hertha vs. Türkyemspor 3:0. Die 1. Männer von Einheit Pankow gewannen das Turnier von Empor, die 32er wurden zweite. Unsere Minis wurden vor 250 Zuschauern dritte. Wir gratulieren.
Quelle: Junge Welt vom 16.01.2009
02.01.2009
Herrn
Friedhelm Charlet
13503 Berlin
Martin-Rugloff-Weg 3
Lieber Fiddi,
es ist wirklich eine große Annehmlichkeit, daß der Fußball uns eine Pause gönnt. Wir haben diese Erholung verdient und dürfen uns auf das Sofa legen, anstatt in den unfreundlichen Wintertag zu marschieren, um den Kampf mit Schiedsrichtern, Zuschauern und der eigenen Mannschaft zu führen. Uns läuft ja niemand weg. In wenigen Wochen laufen die Spieler der ersten Mannschaft vom VfB Einheit Pankow wieder wie aufgedreht auf dem Zobel rum, ohne die nötigen Tore zu schießen. Zumal Ephrem Tesfu wegen Schiedsrichterbeleidigung fehlen wird. Auch Norman Jeschow kränkelt an irgendeinem Körperteil. Ach, was erzähl ich Dir. Wer weiß das besser als Du, was zu Beginn der zweiten Halbserie auf uns zukommt. Alles handgepunzt, also selbstgemacht. Und ein Teil der anderen Truppen sieht genauso grau aus. Sollten dann aber die Ergebnisse anders aussehen, werden wir alle wissen lassen, wir hätten nichts anderes erwartet, denn unser Optimismus ist bekanntlich unerschütterlich. Wir hatten auch erwartet, Hoffenheim wird Herbstmeister. Wir hatten erahnt, Cottbus holt einen Punkt in Leverkusen. Wir wußten, daß Rostock drei Punkte gegen Wiesbaden macht. Wir konnten Ergebnisse voraussagen, ohne Hoyzer, wir waren Insider. Wir kannten die Gattin des Präsidenten und ihren Pflaumenkuchen. Wir kannten den Torschützenkönig Volker von Münster, den Edelfan Manfred Schuckar, Inge Charlet und Sabine Roterberg (voc). Vor allem kannten wir uns.
Einen guten Rutsch gehabt zu haben wünscht Edgar.
Quelle: Junge Welt vom 02.01.2009
19.12.2008
Tief durchatmen! Beine hochlegen! Die erste Hälfte ist geschafft. Hoffenheim ist Herbstmeister – Einheit Pankow nicht. Wenn Bayern München die Schale nicht holt, wird Uli Hoeneß schon schnell einen seiner intelligenten Sprüche abspulen und nicht, wie vielerorts erhofft, ins Kloster gehn. Scheinheiligkeit ist nämlich keine Frömmigkeit. In Leverkusen kann jeder punkten, meint Walter Vieten. Ja, aber daß es gerade Energie Cottbus kann, freut mich teuflisch. Dortmund vor Schalke: Da muß Olaf Thon in Gelsenkirchen an die Front. Rostock gewinnt gegen SV Wehen 1:0. Nun müßte auch noch gegen MSV Duisburg gewonnen werden; aber das wird gewiß noch schwerer.
Union Berlin schlug den Tabellennachbarn Kickers Emden im ungeliebten Jahn-Sportpark vor nur 5000 Zuschauern 2:0. Jena besiegte Sandhausen mit dem gleichen Ergebnis und schlich sich ins Mittelfeld. Dynamo Dresden sieht ganz grau aus.
Die 1. Mannschaft vom VfB Einheit Pankow landete nach der 2:0-Niederlage bei Viktoria 89 nur auf Platz 5 der Tabelle. Die 32er verloren 5:1 in Rudow und zieren einen Abstiegsplatz. Unser Paradeteam, die 40er, gewann zweimal auswärts. Einmal bei International durch zwei Rosalki-Tore und einmal bei GW Neukölln durch Tore von Klee und Jechow. Klausi Mättig und Heimel Weiß führten die Truppe zur Herbstmeisterschaft. Unseren herzlichen Glückwunsch. Wer oder was unsere 2. Männer geritten hat, daß unsere völlig umgekrempelte Mannschaft gegen Altglienicke 10:4 verlor, ist für mich ein Rätsel. Da muß doch jemand eine Idee gehabt haben, die der materiellen Gewalt nicht standhielt. Fröhliche Weihnacht!
Die Insulaner von Aston Villa mußten nach Hamburg, wo die Fischkopp-Kroaten sie mit 3:1 über Bord schossen.
Quelle: Junge Welt vom 15.12.2008
05.12.2008
Dem Meister Bayern München hatte Mönchengladbach Paroli geboten. Nun kam ein noch schwererer Gegner: Energie Cottbus. Der spielte sie mit 3:1 an die Wand. Wer gehofft hatte, daß Bayern München in Leverkusen verliert, der hatte sich aber in den Finger geschnitten. Leverkusen verlor das neunte Mal in Folge.
In der 2. Bundesliga verlor Hansa Rostock auch in Augsburg. Der Trainerwechsel hat noch nichts gebracht. Die Kogge ist ganz schön voll Wasser gelaufen. Wenn Rostock absteigt, es wäre ein Schlag für die ganze Region. Union schiebt sich unaufhaltsam nach vorn. Der Sprung aus der 3. Liga könnte gelingen. Herthas II. gewinnt kein Spiel. Es klingt immer etwas komisch, wenn eine Mannschaft im Schoße einer Millionentruppe jammert, daß sie keine Leute hat. Ich weiß schon, welcher Einwand kommt. Sie hätten genügend Leute, aber keine begabten. Hertha I. verlor am Mittwoch 0:1 gegen die Türken. Schuld hatte mal wieder der Schiedsrichter. Dresden tut sich auch furchtbar schwer. Wie Aue. Erfurt sieht dagegen recht gut aus.
Unsere U 20-Frauen gewannen in Chile gegen Brasilien 3:2.
Aus Pankow berichtet unser Sonderkorrespondent Friedrich Charlet. Nach einer bisher erfolgreichen Hinrunde der I. Männermannschaft gab es zwei schmerzhafte Niederlagen gegen HSV RotWeiß (0:2) und Galatasaray (2:3), obwohl wir die jeweils bessere Mannschaft waren. Wenn wir in der Tabelle weiter vorn bleiben wollen, sollten die beiden letzten Spiele der Vorrunde gegegen Normannia und Viktoria II. unbedingt gewonnen werden. Die Senioren der AK 32 erkämpften nach einem Rückstand von 2:4 gegen den SC Staaken obwohl nur noch mit acht Feldspielern - ein 4:4. Michael Schattschneider (2), Rene Engelhard (1), Sandy Witkowski (1), Wolter und Adler sahen Rot. Unsere AK 50 schlug Borsigwalde 2:1. Die 7er Altliga schlug Wilhelmsruh 3:2. Bester VfBer: Christian Heider.
Quelle: Junge Welt vom 05.12.2008
21.11.2008
Also in der Bundesliga ist ja im Augenblick einiges los. Schalke hat bekanntlich gegen die Bayern zu Hause verloren und kann auch in Leverkusen nicht gewinnen, genausowenig wie München in Gladbach. Hertha schlägt den HSV, bei dem es mal wieder kräftig kriselt, Hoffenheim schlägt Wolfsburg. Na ja, ich habe damit gerechnet. Cottbus schlägt Frankfurt. Ich habe nicht damit gerechnet und war umso erfreuter. Ein Tor drei Punkte. Das ist effektiv. Glückwunsch. Sie konnten wieder mal alle nicht gewinnen. Dresden, Erfurt, Jena, Union. Am schlimmsten hat es wohl Aue erwischt beim 3:0-Debakel in Stuttgart beim VFB II. Wie erwartet mußte in Rostock bei Hansa der Trainer seinen Hut nehmen, weil er gegen Osnabrück keine drei Punkte einfahren konnte. So mußten die Rostocker gehandicapt (mit Juri Schlünz) nach Kaiserslautern fahren. Und dort fraßen sie dann sechs Stück.
Unsere Nationalmannschaft durfte nach wochenlangen Querelen mal wieder Fußball spielen. Und zwar gegen England. Es gab wieder lange Gesichter. Wir verloren gegen die Inselbewohner, die mit einer B-Auswahl antraten, mit 2:1. Und hatten keine Chance. Natürlich fehlten uns Ballack und Frings, natürlich fehlte uns Lahm. Wir sind eben knapp an überdurchschnittlichen Internationalen.
Unsere Männer machten bis zur Halbzeit gegen die »Rehe« schon fünf Tore und gewannen am Ende 7:1. Der ehrgeizige Heinrich machte schon nach vier Minuten das 1:0, ihm folgten Krömke (2), Tesfu, Jechow, von Saß, Förtsch. Leider handelte sich Jechow gegen Ende noch eine Rote Karte ein. Unsere II. führte beim Spitzenreiter in Hellersdorf durch Tore von Schäfer und Görlitz schon 2:0 und unterlag noch mit 3:2. Die Männer sind wirklich nicht mit Fortuna im Bunde. Unsere 40er holten bei HSV Rotweiß ein 0:0 und damit die Tabellenspitze in der Landesliga. Die Männer haben im Augenblick einen Lauf!
Quelle: Junge Welt vom 21.11.2008
07.11.2008
Das war ein Schlag für Energie Cottbus. Schalke mit zehn Mann und macht trotzdem zwei Tore. Auch Mönchengladbach verliert zu Hause und kommt trotz des neuen Trainers nicht vom Tabellenende weg. In der 2. Liga hängt in Rostock der Haussegen schief. Der Präsident hat die Mannschaft öffentlich Maß genommen. Gegen Osnabrück muß gewonnen werden, sonst kann sich der Hansa-Trainer eine neue Kogge suchen. In der 3. Liga mischt Union Berlin ganz oben mit. Ich traue es den »Eisernen« zu, daß diesmal der Aufstieg gelingt. In der Regionalliga Nord sieht der Traditionsverein Sachsen Leipzig ganz grau aus. Abtrünnige wollen sich wieder umbenennen in Chemie Leipzig. Da ist das hessische Ypsilanti-Theater noch eine Volksbelustigung.
Nach der Heimniederlage vom VfB Einheit Pankow gegen Friedrichshain war Wiedergutmachung angesagt. Pankow mußte nach Neukölln zu den Türken von Agrispor. Das Personal wurde knapp, und Trainer Ronald Slomkowski mußte auf seine Senioren zurückgreifen, auf Rosalski und Engelhardt. Fox konnte glücklicherweise in der 44. Minuten zum 1:1 ausgleichen, und Tesfu machte in der 89. mit einem Hammer das 2:1. Diese Puntke taten den zahlreichen Pankower Fans sehr gut. Auch Diego war mit Töchterchen da. Die SSG Humboldt war für unsere 2. Männer eine Nummer zu groß. Kämpferisch gab es nichts auszusetzen; aber daß es beim 0:1 blieb, verdankte die Mannschaft noch ihrem Torhüter. Die Senioren in der Landesliga präsentieren Frank Schönebeck (Künstlername Kermet) im dritten Frühling. Er schoß die zwei Siegestore gegen Brandenburg 03. Da lugt doch schon die Verbandsliga durch den Vorhang. Da kann sich Werder Bremen aber eine Scheibe abschneiden. Die Pfeifen verloren im Weserstadion gegen Athen 0:3.
Quelle: Junge Welt vom 07.11.2008
24.10.2008
In der Bundesliga hat es aber geknallt. Schalke macht beim Tabellenführer ein Remis, Dortmund bei Bremen. In der 2. Liga verliert der Spitzenreiter Mainz bei Alemannia Aachen 2:0 und die erste Position, Freiburg verliert in Nürnberg. Das erste Mal, daß man den Teppichhändler wieder fröhlich gesehen hat. Sein alter Freund H. M. ist bei Mönchengladbach untergekrochen. In der 3. Liga ist der 1. FC Union dem Spitzenreiter Paderborn bis auf zwei Punkte nah gerückt und empfängt am Sonnabend im Jahnsportpark die Ostwestfalen zum Gipfeltreffen. Dresden in Jena war von den Fans wieder so gestaltet, daß vor lauter Zuschauerskandalen kein Platz mehr für ein Tor blieb. In der Champions League schoß Bayern München Florenz mit 3:0 aus dem Stadion. Bremen trat den schweren Gang nach Athen ohne Torhüter Wiese an. Es gab ein leistungsgerechtes 2:2. Rückspiel in vierzehn Tagen in Bremen.
Einheit Pankow lag bei Internationale zur Pause durch zwei Tesfu-Tore in Führung und sah schon wie der Sieger aus. Zwei späte Tore retteten Inter noch einen Punkt. Dem rotbestraften Weniger ins Poesiealbum: Nach dem Spiel sollte man den Schiedsrichter loben, und wenn er den größten Blödsinn gepfiffen hat. Die Zweite: Fischer, Flemming und Matthes drehten ein schon verloren geglaubtes Spiel in der turbulenten Schlußphase mit 3:2.
Die 32er waren erwartungsgemäß in Lankwitz feldüberlegen, mußten sich aber mit einem Tor von Rheinhardt zum 1:1 zufriedengeben. Die 40er schlugen Wilhelmsruh 2:0 und die Altliga mit den Geburtstagskindern Hinz und Schulz Chemie Adlershof 4:1. Die 50er Altliga gewann in Rudow beim TSV 3:1 und zu Hause gegen Schwarz-Weiß Spandau 7:0. Volker Reschke soll sieben Tore gemacht haben. Ich habe mal zwei gemacht, und da bin ich heute noch stolz drauf.
Quelle: Junge Welt vom 24.10.2008
10.10.2008
Die Bundesliga steht wieder kopf. Vier Auswärtssiegen stehen nur zwei Heimsiege entgegen. Und wenn man die dünnen Heimunentschieden von Dortmund, Schalke und München hinzurechnet, sieht es mehr als traurig aus. In der 2. Liga mußte Kaiserslautern nach der 5:0-Klatsche in Koblenz die Spitze an Mainz abgeben. Freiburg schlug Duisburg, beide wollen auch aufsteigen. Das ist ein Gedrängel an der Spitze. In der 3. Liga hat Union schon 18 Punkte und Rotweiß-Erfurt auch schon 16; Jena, die Geschundenen, gewinnen in Wuppertal und verlassen die Abstiegszone. Sehr gut gemacht!
Acht Klassen tiefer als ganz oben spielt der VfB Einheit zu Pankow. Gegen widrige Prognosen steht Einheit auf dem 2. Tabellenplatz. Wenn wir diese Position halten könnten, es wäre ein großer Erfolg. Ein ganz großer sogar. Gegen Blau-Weiß wurde 4:0 gewonnen, ohne die gesamte Spielzeit überlegen zu sein. Tesfu, Fox und Jechow waren wieder einmal die stolzen Torschützen. Krömke erschien sogar in der fuwo-Elf des Tages. Die 2. Mannschaft lag gegen Victoria Friedrichshain nach acht Minuten 2:0 hinten das war’s. Die 32 flogen zu Hause gegen den Berliner SC mit 3:2 aus dem Pokal, weil Adler einen Elfmeter in die Wolken jagte. Und das in der 86. Minute. Fitti Charlet meinte: »Die ersatzgeschwächte Truppe wollte sicher im Pokal überhaupt nicht weiterkommen.«
Am Mittwoch abend spielte die deutsche U 20 gegen die gleichaltrigen Eidgenossen, die in ihrer Gruppe noch vor unsern Jungs an der Spitze stehen. Immerhin haben sie Italien 5:2 geputzt. Unsere Elf gewann verdient 3:2. Nun müssen die U 19er gegen Österreich und die U 21er gegen Frankreich sich ebensolche Mühe geben, bevor am Wochenende die Russen auf unsere A-Auswahl stoßen.
Quelle: Junge Welt vom 10.10.2008
26.09.2008
Als ich vor Monaten die Fans vom Dortmunder Borsigplatz mit der Euphoriebremse vor einem Kloppwunder warnte, wurde ich mitleidig belächelt. Wie viele Trainer sah ich kommen und gehen, wie viele Steiger unter Tage stiegen in andere Förderkörbe, nachdem sie ihre Kohle verschwinden sahen. Dortmund hat weder die Belegschaft noch den Vorstand, um oben mitspielen zu können, und Klopp wird sich noch nach seinem Karnevalsverein sehnen. Dortmund ähnelt mehr Wanne-Eickel als Mainz.
In München gab's vor den Landtagswahlen noch eine Watschen für die CSU. Die Bayern verloren gegen Bremen 2:5. In der 1., 2. und 3. Liga konnte nur Rot-Weiß Erfurt als einziger Ostverein gegen die Stuttgarter Kickers mit Glück 3:2 gewinnen. Und zwar in der 90. Minute, als einige Zuschauer das Stadion schon unzufrieden verlassen hatten.
Der VfB Einheit zu Pankow packte gegen Grünau das Glück beim Schopfe. Foxi mit einem herrlichen Kopfballtorpedo, ein wunderschönes Eigentor der Flugbereitschaft und zwei Klassetore vom Tesfu besorgten das 4:0. Jechow war sehr gut; aber einer ragte noch heraus: Torhüter Teige. Er hielt noch drei, vier Unhaltbare. Wir überschätzen nicht, daß wir Tabellenführer sind, aber schöner ist es doch, wenn man nicht unten herum strampelt. Die 2. Mannschaftkam gegen Internationale über ein 2:2 nicht hinaus, obwohl sie mit Golle den besten Mann auf dem Platz hatte. Auch die 32er kamen gegen Frohnau nur zu einem 1:1.
Im DFB-Pokal hat der Fußballgott seine großen Hände im Spiel gehabt. In Frankfurt hielt der Rostocker Keeper in der 90. Minute einen Elfer, und Hansa gewann 2:1. Jena schlägt den FSV Frankfurt 1:0, und Freiburg besiegt Hoffenheim 3:1. Wenn das keine schönen Pokalüberraschungen sind!
Quelle: Junge Welt vom 26.09.2008
12.09.2008
Unsere Nationalmannschaft konnte außer ihrem Trainer wohl keinen zufriedenstellen. Na ja, Klose machte immerhin drei Tore; aber ansonsten war nicht viel Lobenswertes zu vermelden. Die Schweizer verloren 1:2 gegen Luxemburg und Aserbaidschan spielte gegen Liechtenstein nur remis. Das könnte Berti Vogts den Posten kosten. Macht nichts. Zieht er einfach weiter in die Mongolei. Nach dem Sieg über Frankreich gingen die Österreicher in Litauen wieder unter, während die Blauen und auch die Italiener siegreich blieben.
Das Wochenende war ungewöhnlich bunt. Auf dem Zobel fuhr ein Bus vor den Club Italia. Ihm entstiegen Herren in schwarzem Zwirn, Damen mit Kindern, technisches Personal mit drei Kameras und Mikrofonen. Sie wollten bei ihren armen Vettern im Osten mal eben drei Punkte holen. Sie führten nach wenigen Minuten auch 1:0. Doch Norman Jechow und Ephrem Tesfu hatten etwas dagegen. Pankow gewann verdient mit 2:1. Slomkowski hatte sich nicht in feinen Zwirn gehüllt, gab trotzdem eine sehr gute Trainerfigur ab.
Am Sonnabend spielt die II. von Einheit Pankow auf dem Metro-Dach gegen Blau-Weiß Friedrichshain. Unser Sturm war ständig für ein Tor gut. Unsere Hintermannschaft aber auch. Eine irre Torfolge: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 2:3, 2:4, 2:5, 3:5, 4:5, 4:6, 5:6, 5:7. Foxi machte drei, von Saß machte zwei, El-Halaifi und Görlitz jeweils eins. Die beiden Trainer John und Janiszewski bellten laufend ins Spielfeld; aber die Akteure hörten klugerweise nicht hin. Zum Schluß freuten sich beide. Die Mannschaft hat das Zeug, oben mitzuspielen. Überdies ist es eine sympathische Truppe.
Die 32er gewannen ihr erstes Spiel in der neuen Gruppe durch Tore von Schattschneider und Engelhard mit 2:1. Ihr Torhüter rettete ihnen die Punkte. Unsere Großväter spielten gegen Hertha BSC 2:2. Hier hielt Dr. Mach fast alles.
Quelle: Junge Welt vom 12.09.2008
29.08.2008
Der Auftakt zur neuen Fußballsaison ließ nun wirklich einige Herzen höher schlagen. Hoffenheim marschierte an die Tabellenspitze, Borussia Dortmund blieb ungeschlagen, Schalke auch, ebenso Mainz, Freiburg, Rostock und Einheit Pankow. Das kann sich aber am Wochenende schon alles ändern. Den schwersten Gang tritt Hertha an, denn Bayern München kann sich keinen erneuten Punktverlust leisten. Da würde ja Uli Hoeneß in den Teppich beißen. Schalke mußte am Mittwoch nach Madrid. Der Gegner hieß zwar nicht Real, aber Atletico ist auch eine feine internationale Adresse. 0:4 verloren. Ich hätte heulen können. Schalke war keine vier Tore schlechter. Sie hatten auch zwei erstklassige Torchancen, aber die Madrilenen waren besser. Nun muß Schalke in den Niederungen des UEFA-Pokals herumbolzen.
Als Tesfu in der ersten Halbzeit einen Elfmeter verwandelte, stieg der Pankower Optimismus kräftig an. Aber erfahrungsgemäß bringen wir ein 1:0 nicht über die Runden. Prompt fiel kurz vor Schluß das Ausgleichstor für Südring. Das Auswärtsspiel in Rahnsdorf mußte die Wende bringen. Tesfu machte mal wieder zwei Tore, unser Tormann versagte nur einmal bei einem »Lehmann-Ausflug«, und Einheit Pankow hatte 2:1 gewonnen.
Die zweite Männermannschaft kam gut in die neue Saison mit drei Punkten, verlor aber bei der ASV Berlin mit 2:1. Sonnabend kommt der Spitzenreiter BSC Marzahn II auf den Zobel, ich könnte mir eine angenehme Überraschung vorstellen. Unser Mehrfachpokalsieger AK 50 schied in der ersten Pokalrunde zu Hause gegen die unterklassigen Grünauer mit 3:2 aus. Ursache: keine Wechselspieler. Das zieht sich durch alle Mannschaften bis zur Ersten. Eine erste Männermannschaft kann nicht mit 14 Spielern über die Saison kommen, da kann Trainer Slomkowski sein letztes Hemd in den Strafraum werfen, es reicht nicht.
Quelle: Junge Welt vom 29.08.2008
15.08.2008
Das neue Olympiabuch von Heinz Florian Oertel und Kristin Otto ist fertig. Ja, das war 2008 in Peking. Ob das von 2010 auch schon fertig ist? Ich weiß es nicht, nehme es aber stark an.
Unsere Fußballer sind in Peking nicht dabei. Die herrliche Fanmeile mit Pocher namens »Unter den Linden« fällt leider flach. Ich habe am Sonntag noch zwei fahnengeschmückte Autos gesehen. Aber das war wohl mehr für Afghanistan. Jedenfalls rollt der Fußball wieder. Leider blieben die Überraschungen aus. Rot-Weiß Erfurt war ganz nah dran, aber die Bayern gewannen am Ende glücklich mit 4:3 und freuten sich wie die Schneekönige. Lehmann hat in der Nationalmannschaft gekündigt. Ihm genügt Stuttgart. Jetzt kommt Adler. Oder Enke. Ich hätte Nadine Angerer genommen.
Unser Sonderkorrespondent Friedrich Charlet konnte nichts sonderlich Schönes vom Exerpokal berichten. Nachdem wir im Halbfinale patzten, verlor Einheit im Spiel um Platz 3 gegen den Verbandsligisten Empor I mit 0:9. Der Trainer war froh, daß er überhaupt elf Mann zusammentrommeln konnte. Es klingt schon beinahe ironisch, wenn man Keeper Nico Kristen bei neun Gegentoren eine hervorragende Leistung attestiert. Aber er verhinderte mit zahlreichen ausgezeichneten Paraden eine zweistellige Niederlage. Im Pokalspiel gegen das unterklassige Fenerbahce gewann Pankow mit 16:0. Die II. Mannschaft Pankows unterlag dagegen beim BSC Reinickendorf mit 1:5. Am Sonntag gegen Südring wird es ernst. Es geht um Punkte. Und zwar um drei. Wir dürfen uns in dieser Saison keinen erneuten Fehlstart erlauben.
Zurück zu Olympia: Kristin Otto kommentierte das Vielseitigkeitsgold: »Wir dürfen nicht nur den Reitern, wir müssen auch den Pferden Dank sagen!« Ich bedanke mich in diesem Sinne auch bei dem Kanu des Goldmedaillengewinners Alexander Grimm.
Quelle: Junge Welt vom 15.08.2008
01.08.2008
Oh, wie war das schön! So was hat man lange nicht gesehn. So schön! So schön! Die U 19 unter »Kopfballungeheuer« Horst Hrubesch war in Jablonec im Endspiel zur Europameisterschaft gegen Italien mit 3:1 (1:0) erfolgreich. Was der A-Mannschaft nicht gelang, das packten die Junioren. Was diese Bender, Gebhart und Co. kämpfen können und welchen Fußball sie spielen, das muß man einfach gesehen haben. Wir sind stolz auf unseren Nachwuchs. Viele spielen in ihren Vereinen höherklassig. Einige werden wir sicher in der deutschen A-Nationalmannschaft wiedersehen.
Kleinere Brötchen backen wir beim VFB Einheit Pankow, der momentan im Exer-Pokal zumindest in den beiden letzten Spielen eine ordentliche Form auf den Platz brachte. Nach dem 6:1 im ersten Spiel, nach dem Fox besonders gelobt wurde, und Tesfu drei Tore gegen Borussia Pankow machte, fiel das Viertelfinalspiel gegen die SG Penzlauer Berg nicht ganz so blendend aus, zumal die Prenzelberger einen ganz starken Gegner abgaben. Der neue Pankower Keeper Kast verwehrte ihnen aber mehr als drei Tore, so daß es noch 7:3 für Einheit wurde. Der überragende Foxi, hinten und vorne aufopferungsvoll arbeitend, machte drei Tore, von Saß eins, Tesfu eins, Engelhard (ja, der von Wilhelmsruh) eins und eins Heinrich jr.. Bei Pokalspielen brauchst du immer etwas Glück. Im Halbfinale geht es nun gegen Berolina Mitte, die gegen die SV Buchholz mit 5:0 gewannen.
Unsere Frauennationalmannschaft unterlag im letzten Vorbereitungsspiel in Norwegen den Skandinavierinnen mit 2:0. Sie war chancenlos und vor dem ersten Spiel in China gegen Brasilien in keiner guten Verfassung. Silvia Neid macht zwar weiterhin in Optimismus, aber überzeugend klang die Siegenerin nach dieser Pleite nicht. Ich denke, diese Mannschaft ist mit der WM-Truppe nicht ganz zu vergleichen.
Quelle: Junge Welt vom 01.08.2008
19.07.2008
In die fußballarme Zeit in Deutschland wagen einige Zeitungen einen ersten dünnen Angriff auf den Fernsehsender DSF mit seiner Dauersendung »Sport-Quiz«, in der seit Jahren Tag und Nacht dem Bürger das Geld aus dem Beutel gezogen wird. Das ganze hat in Aufmachung und Durchführung einen solchen kriminellen Touch, daß man sich fragt, wo der Staatsanwalt bleibt. Aber der kann ja auch nichts gegen Kaffeefahrten tun, bei denen Rentner grausam übern Tisch gezogen werden. Von der hohen Politik ganz abgesehen.
In Sachsen mußten schon zwei Ministerpräsidenten gehen. Der neue, also die Nummer drei, flog mit Gefolge zum Papst und bat dort um Vergebung der Sünden, die er demnächst begehen will. Und wer bezahlt die Reise? Na, du und ich, Sportsfreund. Aber ja! Immer. Was auch geschieht, an allem verdient der Genosse Finanzminister.
Die U-19-Auswahl der Damen ist bei der Europameisterschaft in Frankreich ins Halbfinale gekommen. Unsere jungen Männer schlugen Spanien 2:1 und die Tschechen besiegten England. Aber bis zum Titel sind es noch ein paar Spiele, Gebhard war unser Bester.
Der Exer-Pokal kommt auf Touren. Nachdem Einheit Pankow und Empor ihre Auftaktspiele überlegen gewonnen hatten, fielen sie Mittwoch abend übereinander her. Der VfB Einheit Pankow war überlegen, verlor aber am Ende doch mit 0:1. Tesfu hatte noch eine Großchance, konnte sie aber nicht nutzen. Der Himmel weinte während des gesamten Spieles.
Pankow geht mit Sorgen in die neue Saison. Trainer Tiffert wurde auf eigenem Wunsch rausgeschmissen. Einige Spieler der Ersten gingen zu den 32ern, einige zu den 40ern. Aus dem eigenen Nachwuchs kommen nicht viele. In der letzten Saison ging es auch jämmerlich los, und wir schworen uns, daß es sich nicht wiederholen solle.
P.S. Unsere U-19-Damen verloren das Halbfinale gegen Norwegen im Elfmeterschießen.
Quelle: Junge Welt vom 19.07.2008
04.07.2008
Daß mich meine Redaktion zum Halbfinale in die Türkei schickte, war ein seltener Spaß. Während in Deutschland der Sender streckenweise einen Totalausfall hatte, war ich auf dem Türkensender immer im Bilde. Die Muselmanen ertrugen ihre unglückliche Niederlage mit großer Würde. Der folgende zweite Halbfinaltag ging fast unter in den Jubelstürmen um die Verleihung des »Bild-Osgars«. Der Oskar, Verzeihung, »Osgar« wurde verliehen an Bahnchef Mehdorn und Kahn, an Helmut Schmidt und Udo Lindenberg, an Udo Jürgens und Bill Clinton. Und die ständigen Drängler waren alle wieder da und mußten unbedingt in die Bild-Zeitung: Roberto Blanco und Angela Merkel, Axel Schulz und Tiefensee, Franziska van Almsick und Veronica Ferres. Einem Gerücht zufolge will die Bild-Zeitung im nächsten Jahr noch einen draufsetzen und den Bild-Nobelpreis verleihen. Er soll dann der »Nobbel« heißen. Und wir werden die gleichen Gesichter wieder sehen.
Doch zurück zum Fußball. Die Torreros waren unsern Wildrindern in allen Belangen überlegen und hätten höher gewinnen müssen, obwohl Deutschland mit Merkel und Köhler eine hochkarätige Auswechselbank präsentierte.
In Pankow ging die Saison mit einem Paukenschlag zu Ende. Unsere Großväter, also die AK 60, schlugen in einem mitreißenden Endspiel um die Berliner Meisterschaft die SG Bornim mit 4:0. Das erste Tor machte Leo Weixelbaum, das zweite Bernd Tiffert, das dritte Volker von Münster, das vierte Halmar Kremser. Vor ansehnlicher Kulisse feierte wurden die Helden überschwenglich gefeiert. Es gibt Tage und Erfolge, da brauchst du keine Europameister. Männer, wir danken euch! Die Meister spielten in folgender Besetzung: Bülow, Solfrian, Müller, Weixelbaum, Tiffert, Gütschow, von Münster, Kremser, Biebl, Kerten.
Sonnabend läuft der Exer-Pokal mit unserem Sonderkorrespondenten Friedrich Charlet.
Quelle: Junge Welt vom 04.07.2008
23.05.2008
Nun hat das Fernsehen ein Jahr lang Energie Cottbus absteigen lassen, und jetzt stehen die DSF-Dummphilosophen, von den Cottbusern betrogen, orientierungslos in der Gegend rum. Dafür hat es den Teppichhändler aus Nürnberg erwischt. Große Freude herrscht in Dortmund. Sie sind wieder nicht abgestiegen. Doll wurde in die Wüste geschickt. Die dicken Ärsche von Vorstand und Aufsichtsrat räkeln sich weiter in den dicken BVB-Sesseln. Hertha BSC vertröstet seine Fans wieder auf das nächste Jahr.
In der 2. Liga sind Aue und Jena abgestiegen. Das Dörfchen Hoffenheim dagegen will die 1. Bundesliga aufmischen. Sicher wird sie viel Sympathie begleiten. Wer steigt denn in die 2. Liga auf? Union tat seiner jungen Ordnerin Michaela Richter keinen Gefallen und verlor an der Alten Försterei gegen Magdeburg 1:2. Und sie waren so kurz vor dem Ziel.
Gegen Kaulsdorf lief bei VfB Einheit Pankow nichts. Kaulsdorf verwandelte zwei Strafstöße, Pankow einen Handelfmeter nicht. Patrick Beer rackerte wieder für zwei, es half nichts. 4:2 verloren. Ein jammervolles Spiel. Die Chance, diese Scharte auszuwetzen, bietet sich unseren »Helden« am Sonntag gegen Fortuna Pankow. Die 32er schlugen Südring mit 7:0. Torschützen Seefelder (3), Woiton (2), Bartsch (1), Wikowski (1). Wir sind in der Verbandsliga! Die Ü 60 spielte unter der hervorragenden Leitung von Schiedsrichter Schmielitz gegen den Buchholzer SV 5:0. Kremser drei Tore, Westphal eins, von Münster eins. Das ist der Staffelsieg. Die Ü 50 war Gastgeber für Lichtenberg 47 und überrollte die Jungs aus dem Berliner Osten 8:1. Tore: Reschke (3), Wernicke (2), Newerla, Bruhs und Müller mit ganz flachem Kopfballtorpedo. Tor des Monats wie Fitti Charlet versicherte. In Moskau wurde um die Fußballkrone Europas gefightet. Die ManUs gewannen nach Elfmeterschießen mit 7:6.
Quelle: Junge Welt vom 23.05.2008
02.05.2008
Cottbus ist im Westfernsehen schon seit Wochen abgestiegen. Nun aber, nach dem Sieg über Hansa Rostock, haben die Lausitzer der Abstiegszone ade gesagt. Rostock muß jetzt am Sonntag gegen den HSV punkten, die auch schon lange nicht mehr gewonnen haben. Beiden Fischköppen kann eine Punkteteilung nicht genügen. Alle sind in Not. Nürnberg muß in Dortmund gewinnen, Bielefeld gegen Bochum, Duisburg gegen Leverkusen. Und überall sitzt diese scheußliche Fratze mit in der Kabine und knarrt: »Ihr müßt heute unbedingt gewinnen!« Da kommt Freude auf.
In der zweiten Bundesliga geht es Aue und Jena nun wirklich an den Kragen. Es sind nur noch vier Spiele und schon sieben Punkte zum rettenden Ufer. Vor ihnen liegt noch Kaiserslautern. Denen steht das Wasser auch bis zum Kinn. Sie müssen nach Mainz, und da hängen die Trauben unheimlich hoch.
In der Berliner Bezirksliga ist die Lage weniger dramatisch. VfB Einheit zu Pankow kann weder auf- noch absteigen. Am Sonntag in Altglienicke sah es in der Pause sehr schlecht für Einheit aus. Wir lagen 2:0 zurück und sahen bis dahin keine Schnitte. Nichts lief zusammen. Tiffert schrie ins Feld, daß er selber den Teufel erschreckte. Aber es half. Zwar dauerte es bis zur 67. Minute, daß Jechow das 1:2 erzielte, aber in der 77. und 86. Minute machte Tesfu zweimal den »Ribéry«, und Einheit gewann noch 3:2. Nun ist der Tesfu aber auch einer der wenigen Stürmer in der Welt, der in einer Telefonzelle drei Gegner umspielen kann. Das nächste Spiel bei Sperber in Neukölln wird sicher noch schwerer.
In der Champions League lautet das Endspiel nach zwei brisanten Halbfinals Manchester United gegen FC Chelsea. In Moskau. Hätten auch gut in Tokio spielen können.
Quelle: Junge Welt vom 02.05.2008
18.04.2008
Schalke 04 hat Herrn Slomka nach der 1:5-Pleite in Bremen rausgeschmissen. Herr Doll durfte in Dortmund nach dem 0:5 in München bleiben, weil man für den BVB keinen neuen Trainer finden würde. Da würde ja selbst Leitzke von Sachsen Leipzig entsetzt abwinken. Wo es ums Überleben geht, machen die Ertrinkenden plötzlich Punkte. Für drei wird es jedenfalls zu spät sei. In der 2. Liga lauert ein halbes Dutzend noch auf die freiwerdenden Plätze.
Im DSF habe ich die Sponsoren unserer bekannten Fußballer vorgeführt bekommen. Kuranyi (Nutella), Klose (Prefa-Dach), Schweinsteiger (Mazda), Podolski (Polar-Weiß), Schneider (Opel), Lahm (Deutsche Familienversicherung), Mertesacker (Vredestien), Kießling (Arcor), Hilvert (Comdirekt), Frings (Susuki), Kehl (Bitburger), Fangruppe (Erdinger Weißbier), Schiedsrichter Hoyzer (bet and win) und so weiter.
Alle haben ihre Sorgen. Außer VfB Einheit Pankow. Die I. Herren gewannen nach großer kämpferischer Leistung in Mariendorf gegen den Traber FC mit 3:2 durch Tore von Fox, Frank (sieh an!) und El-Helaifi. Beer rackerte wieder wie verrückt, und der lange Wegner – meinte Fitti Charlet – hielt als letzter Mann alles schön zusammen. Sonntag kommt Angstgegner Liria. Die haben, weiß Gott, einen irren Sturm. Die AK 60 machte die obligatorischen sechs Tore. Tiffert löste von Münster ab und machte drei Tore, Dr. Weixelbaum zwei, Westphal eins.
Die AK 50 setzte sich gegen die Spandauer Kickers mit 3:1 durch. Am Mittwoch hatten unsere 32er noch ein Heimspiel im Finstern, weil wir eine ärmliche Flutlichtanlage unser eigen nennen. Einheit machte mal wieder ein Bombenspiel. Kay Seefeldt knipste zweimal, und Wianke hatte wieder die großen Eierkuchenhände mit. Er fing alles weg. Die Dunkelheit nahm zufriedene Zuschauer auf.
Quelle: Junge Welt vom 18.04.2008
04.04.2008
Die ersten sechs Mannschaften der Bundesliga hatten sich untereinander abgesprochen, den Sonnabend ohne Sieg zu absolvieren, und das gelang ihnen spielend. Cottbus schlug Hertha aus dem Feld, obwohl die Berliner auch in diesem Jahr wieder nicht absteigen werden. Und da grinst der Dieter Hoeneß über alle vier Backen. Jena gewinnt in München bei 1860 und hält sich den Klassenerhalt noch offen. Dann müßte aber gegen Paderborn unbedingt gewonnen werden. Aue spielt laufend gegen zwölf Mann. Da kann man nicht gewinnen. Wenn Kaiserslautern heute abend gegen Hoffenheim verliert, dürften die Teufel sich wohl in der Hölle der Regionalliga wiederfinden.
Das Ruhrgebiet hatte seinen großen Tag: Schalke empfing den FC Barcelona. Von zwei schwachen Mannschaften war Schalke die schwächere. Das 1:0 für die Spanier fiel nach einem schweren Fehler von Verteidiger und Tormann. Nun will Schalke im Rückspiel... Na, dann.
In Lichtenberg war ein scheußliches Wetter, aber Spieler und Fans aus Pankow hatten die Sonne im Herzen. Foxi machte per Elfmeter das 1:1 und Wagner in der 45. mit einem 25-m-Freistoß das 2:1. In der 79. band Katzer mit dem 3:1 den Sack zu. Tesfu machte diesmal kein Tor, band aber über 90 Minuten zwei Verteidiger.
Der nervöse Trainer der Lichtenberger Tino verlangte vom Schiri sechs Elfmeter, beschränkte sich dann auf vier, bekam aber keinen. Die 32er gewannen gegen Neukölln 4:0. Tore: Seefeldt (2) und Schulle. Die 60er schenkte Lichtenberg 47 gleich fünf Stück ein. Von Münster (2) Weixelbaum, Tiffert, Wolter. Bei 47 fielen Mertin Langer und Peret Czepat auf. (Beide natürlich ehemals Einheit Pankow) Die II. gewann in Borsichwalde 3:2 und entfernte sich mit diesem hochwichtigen Sieg von der Abstiegszone. Einheit sieht gut aus.
Quelle: Junge Welt vom 04.04.2008
26.03.2008
Na gut! Auch Borussia Dortmund hat mal wieder verloren. Das löst in Teilen des Sauerlandes große Freude aus, besonders wenn die Bayern in Cottbus 2:0 verlieren und noch jämmerlicher aussehen als die Dortmunder. Man muß schon vor der Lausitzer Merkelelf den Hut ziehen, obwohl die Bayern an diesem Sonntag wohl auch in Markranstädt oder beim FSV Werdohl grau ausgesehen hätten. Bremen verliert in Wolfsburg und macht Platz für Bayer Leverkusen. Im Keller schwören von Spieltag zu Spieltag Duisburg, Nürnberg, Rostock und Bielefeld, nach oben zu kommen, wo die big points glitzern und der Euro winkt.
In der 2. Liga mußte Köln in Freiburg drei Punkte holen. Zumindest aber einen. Nichts da! Köln war froh, daß der Ziegenbock Hennes überhaupt wieder mit ins Rheinland zurückfuhr. Das tat übrigens Herr Daum (Foto) auch.
Beim VfB Einheit zu Pankow nach dem schönen Erfolg in Spandau waren die Erwartungen hochgeschraubt. Nach einer 2:0-Führung langte es aber nur zum 2:2. Die 32er taten sich genauso schwer, und ich war mit einem Punkt zufrieden. Beim Abpfiff stand ich schon im Ausgang. Und jetzt passierte etwas Ungewöhnliches. Zu Hause angekommen, war Fitti Charlet schon am Telefon. »Warum bist du denn schon gegangen?« »Ja, ich habe den Schlußpfiff doch mitbekommen.« »Nein«, empörte sich Fitti, »war doch Pokalspiel. Wir haben in der Verlängerung noch 4:1 gewonnen.« Jetzt bin ich schon langsam zu dumm zum Zuschauen.
Jena brachte sich mit einem Platzverweis in Dortmund um seine Endspielchance.
Quelle: Junge Welt vom 26.03.2008
07.03.2008
In der Bundesliga hat es Schalke erwischt. Die Bayern gewinnen 1:0. Der Kohlenpott ist wie erstarrt. Reviertrauer. Der Trainer legt seine Sachen zurecht. Die Fans sind schon durch manches dunkle Tor geschritten. Das neue ist schon wieder in Sicht. Rostock rettet in letzter Sekunde einen Punkt gegen Arminia Bielefeld. Der MSV verliert. Die Kellerkinder kommen alle da unten nicht weg. Aber die Dortmunder verlieren auch. Leverkusen verliert, in der 2. Liga ist Hoffenheim die Mannschaft der Stunde. Ich sehe sie schon in der Bundesliga.
Jena putzt Stuttgart im Pokal. Jetzt müssen die Thüringer im Halbfinale zur Borussia nach Dortmund. Also, dort kann man gewinnen. Leider bleiben die Siege in den Punktspielen aus. Jena ist kaum noch zu retten. Aue kämpft auch verzweifelt um jedes Pünktchen. Ich gestehe, die Kumpels von der Wismut stehen meinem Herzen nahe, zumal ich vor vielen Jahren noch auf dem heiligen Rasen des Lößnitztales gekickt habe, und das Wernesgrüner schmeckte in Aue hinterher wie kein anderes Bier auf dieser Welt.
Der VfB Einheit Pankow machte drei Punkte am Sonntag und stieß ins Mittelfeld vor. Nach drei Spielen ohne Sieg entwickelte sich eine kämpferische Partie, in der Schiedsrichter Wiecha (Westend 01) gegen FC Galatasaray drei berechtigte Elfmeter gab. Was das bei den Türken an Emotionen auslöste, kann jeder ermessen, der mit dem Berliner Fußball vertraut ist. Aber sie hatten keinen Tesfu. Der Pankower Afrikaner haute dem türkischen Keeper in der 84. Minute einen 20m-Freistoß ins Netz, daß den Fans die Freudentränen kamen. Apropos Tefu. Er schleppt den Ball durchs Mittelfeld‚umspielt drei Gegner, einer noch vor ihm, der völlig freistehende Mitspieler wedelt mit drei Armen, Tesfu spielt nicht ab. Er kann es. Tut's aber nicht. Die AK 50 schlägt den Frohnauer SC nach 0:2-Rückstand noch 5:2.
Quelle: Junge Welt vom 07.03.2008
22.02.2008
Wer sein Herz an Energie Cottbus vergeben hat, der mußte neben der Freude auch einiges Leid verkraften. Aber welcher Teufel das Management dieses leidgeprüften Clubs geritten hat, Angela Merkel als Ehrenmitglied aufzunehmen, das wird wohl ewig Energie-Geheimnis bleiben. Man hätte sicher auch gerne den Papst gehabt, aber der ist fußballerisch bekanntlich schon vergeben. Die Mannschaft juckte die Anwesenheit des erlauchten Mitgliedes jedenfalls überhaupt nicht: Sie verlor vor heimischer Kulisse gegen die oft arg gebeutelte Borussia aus Dortmund mit 0:2. Für den Energie-Vorstand wiegt das neue Mitglied jedoch alles auf. Auch ein Abstieg kann da niemand mehr schrecken.
In Berlin spielten sich beim Hertha-Spiel gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld umwerfende Szenen ab. Keiner hatte damit gerechnet, daß Hertha zu Hause noch ein Spiel gewinnen würde. In der 93. Minute fiel das 1:0. Länger konnte der Schiedsrichter nicht spielen lassen.
Mainz gewinnt in Mönchengladbach. Das ist der Knüller in der zweiten Liga. In der zweiten Halbzeit spielten die Borussen nur noch in der gegnerischen Hälfte, hatten aber mit ihren Attacken kein Glück.
VfB Einheit Pankow kam über ein 3:3 gegen Oranke nicht hinaus. Die Alten – die 60er – brachten wieder Sonnenschein in den naßkalten Februarabend. Sie besiegten Hertha Zehlendorf mit 3:0. Tore: Utze Solfrian und Volker von Münster (2). In der Halle ballerten sich die Alten in vier Spielen mit 10:3 Toren eine Runde weiter, wobei Volker von Münster sage und schreibe neun Tore machte. Die 32er machen auch viel Freude. Gegen Treptow gewannen sie mit 5:0. Die Torschützen waren Wiesner, Rosalski und Seefeldt (3).
Da Angela Merkel weg ist, sollte es Pankow vielleicht mal mit Hella von Sinnen versuchen.
Quelle: Junge Welt vom 22.02.2008
08.02.2008
Die zweite Saisonhälfte begann mit einem Eklat. Leverkusen konnte nur mit tatkrätiger Unterstützung von Schiedsrichter Lutz Wagner (Schneider nannte es Glück) mit Hilfe eines Elfmeters in der 87. Minute gewinnen. Der letzte Strafstoß, der mich so aufbrachte, war der von Schiedsrichter Hoyzer in Paderborn, der ihm eine längere Gefängnisstrafe und eine hohe Geldbuße einbrachte. Wagner sah in der Medienlandschaft nicht gut aus, wenn man vom DSF absieht, der gegen Cottbus immer zur Stelle ist. Das hat eine Ursache. Der Reporter sprach nicht von Cottbus, sondern von der Balkan-Auswahl, weil Cottbus ja in der Lausitz liegt und nicht wie die urdeutschen sauerländischen Dörfer Küntrop und Affeln in Deutschland. Ach ja, Herr Moldenhauer, so ist das Leben.
Bei Werder Bremen entschuldigte sich der Schiedsrichter noch nach dem Spiel wegen eines Fehlpiffes, der die Bremer um einen Teilerfolg brachte. Gut, daß diese Tour nicht Gewohnheit wird, da gäbe es momentan aber nach dem Spiel Beichtschlangen. In Schalke entkleidete sich Kuranyi nach seinem Tor, weil er nicht mit nach Dortmund zum Revierschlager wollte. In Bremen hatte Naldo keine Lust, mit nach München zu fahren.
Die Fußballnationalmannschaft wollte die Donau-Monarchie mal wieder besuchen. Zu diesem Zweck fuhren die Löw-Kinder nach Wien. 3:0. Vergessen.
Die erste Männerelf von Einheit Pankow will unbedingt ins Mittelfeld. Da muß Sonntag bei Bau Union aber ein Punkt her. Die 50er fegten, von Reiner Gerhard sehr gut eingestellt, Wilhelmsruh vom Platz. Tore: Wernike, Bruhs, Weixelbaum, Lange und Reschke je zwei (7:1). Die 32er gewannen ihr Pokalspiel und die II. gewann, und zwar 5:1. Leverkusen. Natürlich spielen die lieber im Westen. Lieber in Köln, Mönchengladbach, Dortmund, Bochum, Schalke als im slawischen Cottbus. Das ist so weit, so kalt und kaum zu gewinnen. Die müssen raus.
Quelle: Junge Welt vom 08.02.2008
25.01.2008
Berlin, die Stadt der hundert Hallen (wenn man vom Wellblechpalast absieht, in dem die Eisbären ihre Heimspiele laufend verlieren) rüstet sich zum Halali der Wintersaison im Fußball. Am Sonnabend um acht Uhr wird das erste Spiel angepfiffen. 20 Teams treffen beim Hallen-Cup aufeinander. Wir feiern wie jedes Jahr im Jänner ein Wiedersehen mit den Altnationalen Tommy Newerla, Leo Weichselbaum, Halmar Kremser, Rainer Gerhardt, Dr. Mach, Utze Solfrian, Bernhard Hertel ect. Unsere Erzfreunde von Fortuna Pankow sind auch dabei. Und natürlich auch die Recken von Lichtenberg 47.
Um den Afrika-Cup geht es beim großen Treffen der afrikanischen Fußballnationalmannschaften in Ghana. Wer glaubt, daß hier zweitklassiger Fußball geboten wird, irrt gewaltig. Die Akteure spielen fast alle nicht in ihren afrikanischen Heimatländern, nein, sie kommen aus der Türkei, aus Italien und Frankreich, von Real Madrid und Chelsea, vom VfB Stuttgart und Helsingborg und Dynamo Moskau. Auch die Trainer aus Deutschland, Italien und Frankreich verdienen sich am Äquator goldene Nasen. Berti Voigts’ Nigerianer wurden vom berühmten Kalou (Elfenbeinküste) schon im ersten Spiel mit einem Supertor erschossen.
Eine großartige Partie zeigte vor 20000 Zuschauern im Börde-Dauerregen der 1. FC Magdeburg gegen Schalke 04. Das 1:1 war hochverdient. Wenn diese Leistung Standard würde, könnte die zweite Halbserie für den neuen Trainer Linz an der Elbe sehr erfolgreich werden.
Bei den Europameisterschaften im Handball sah der deutsche Weltmeister gegen Spanien rundum grau aus. Auch Brandts Versuche, die hohe Niederlage herunterzuspielen, mißlangen. Es wird auf jeden Fall ein dornenreicher Weg zum Titel.
Quelle: Junge Welt vom 25.01.2008
11.01.2008
Die Altherrenmannschaften des VFB Einheit zu Pankow, also die 50er und 60er, fuhren unter Leitung ihres Häuptlings Reiner Gerhardt wie alljährlich ins Trainingslager auf die Kanarischen Inseln. Das vereinbarte Spiel gegen die Traditionsmannschaft des FC Barcelona mußte aus Termingründen von den Spaniern abgesagt werden, wurde aber aus dem Stand von den Nordberlinern in einen kameradschaftlichen Umtrunk geändert, der sehr erfolgreich verlief. Die 32er nahmen am Berliner Hallenturnier teil und belegten nach 9-m-Schießen den 3. Platz. Rosalski wurde zum besten Spieler des Turniers gekürt, nachdem er beim Wandlitz-Hallenfest schon die Torjägerkanone in Empfang nehmen konnte. Der Rosi ist in Pankow nicht mit Gold aufzuwiegen. Wir werden ihn sicher am 26. in der Dynamo-Halle beim Turnier der Traditionsmannschaften wiedersehen.
Im Winter ziehen fast alle Mannschaften in die Halle. In Riesa, Bamberg, Ingolstadt, Berlin ect., überall Hallenfußball. Und diesmal besser als bisher. Ein Beispiel: Während früher die Torleute im gegnerischen Strafraum herumwuselten, bleiben sie heute im Tor und halten wie die Handballtorhüter. An der Bande stehen Leute wie Bruno Labbadia, Heiko Scholz und Ingo Anderbrügge. Da wird es dem Betrachter feucht ums Fußballauge.
Die Spielzeit 07 war den Wandervögeln unter den Trainern vorbehalten. Vorne durchs Hauptportal über den roten Teppich rein, eine Stunde später hinten über den Abtreter wieder raus. Von Magath bis Doll, von Finke bis Heynckes, von Sander bis Iwanauskas, von Heine bis Schädlich – der Platz reicht nicht aus. Was wäre, wenn Hoeneß mal mit einem Rucksack die Linden runterliefe?
Quelle:Junge Welt vom 11.01.2008
29.12.2007
Es ist eine wunderbare Zeit, wenn der Ball ruht. Die Kicker liegen unterm Weihnachtsbaum und trinken Krombacher oder Hasseröder. Die Funktionäre und Sportjournalisten lassen das Fußballjahr noch einmal vorüberziehen, natürlich mit tiefschürfenden Analysen, ohne daß der Fangemeinde etwas klarer wird: Was war mit Klose bei Werder Bremen, als er plötzlich nach Bayern ging? Was war mit Van der Vaart, der vom HSV zu Valencia wollte? Was war mit dem Trainer von Arminia Bielefeld und dem Trainer vom HSV? Was war mit dem Trainer von Borussia Dortmund und dem Trainer von Energie Cottbus? Wo ist Toppmöller abgeblieben und wo Ivanauskas? Rummenigge contra Hitzfeld, Hoeneß contra Fans, Kahn bestraft. Man könnte leicht eine Zeitschrift mit solchen Meldungen füllen.
Die letzten, die vor der Pause noch ran mußten, waren die 32er von VFB Einheit zu Pankow. Sie lagen in Wartenberg nach der Halbzeit schon 3:1 zurück und gewannen durch Tore von Persicke, Schenke, Wiesner, Seefeldt und Wiekowski noch 3:5. Nun gehen die gefürchteten Einheit-Knipser Tesfu, Seefeldt, Görlitz, Reschke, Heinrich und von Nünster – nein, nicht in Urlaub – sondern in die Halle. Sicher haben die Jungs der 1. Mannschaft eine Pause verdient. Sie haben sich vom letzten Tabellenplatz bis ins Mittelfeld vorgearbeitet. Unsere Anerkennung.
Kommt einer vom Spiel auf dem Zobel nach Hause. Fragt die Gattin: »Wie habt ihr gespielt?« »Weiß ich nicht. Bin schon beim Stande von 0:0 in der 23. Minute vom Platz geflogen. Als die vom Platz kamen – ich hatte mir gleich ein paar Bier reingepfiffen – sagte Kermet: ›Es ist 0:0 geblieben.‹ Der Tormann hingegen meinte, wir hätten 9:8 gewonnen. Irgendwas dazwischen muß es gewesen sein.« – Guten Rutsch!
Quelle: Junge Welt vom 29.12.2007
14.12.2007
Da fragt man sich doch, wie diese Nichtskönner alle punkten. Beschimpft von den Kommentatoren an Mikrofon und Schreibtisch, schlagen sie sich anerkannt tapfer. Duisburg holt sich einen Punkt in München, Cottbus einen Punkt in Hamburg. Hannover schlägt Bremen und Jena gewinnt sogar in Kaiserslautern. Da geht einem doch das Herz auf. In Leverkusen träumen die Fans wieder mal vom Meistertitel. Den werden sie aber so wenig sehen wie Schalke. Die alte Dame Hertha verlor erwartungsgemäß in Nürnberg. Borussia Dortmund fertigte Arminia Bielefeld mit 6:1 ab. Es gab bei den Ostwestfalen nicht viel zu schlagen. Wenn man vom Trainer einmal absieht.
In der Champions League ist Schalke 04 nach einem 3:1-Erfolg gegen Trondheim einen großen Satz nach vorn gekommen, während Werder Bremen in Piräus bei Olympiakos mit 0:3 völlig einbrach.
Was sich in Leipzig abgespielt hat, ist unfaßbar. Eine Weihnachtsfeier der Fangemeinde von Sachsen Leipzig wurde von 50 bis 60 Vermummten und Bewaffneten überfallen, die im Lokal alles kurz- und kleinschlugen. Es ist erreicht: Chicago läßt grüßen!
In Pankow ist wieder ein Stück Zufriedenheit eingekehrt. Die Männermannschaft gewinnt bei Oranke 3:2 und setzt sich ins Mittelfeld der Tabelle ab. Bemerkenswert die drei Tore von Förtsch; der Siegestreffer sogar kurz vor Schluß. Tesfu brauchte keinen Treffer beizusteuern, spielte aber eine gute Partie.
Die 32er schlugen Preußen 3:2 durch Tore von Seefeldt (2) und Joppien (1). Schiri Laabes vom Spitzenreiter Stern Britz enttäuschte uns nicht. Wir sagen danke. Die 50er warfen Marzahn mit 5:2 aus dem Pokal.
Die Winterpause war nötig. Die Fußballwoche druckte schon die Spiele vom letzten Sonntag als die Ansetzungen vom kommenden Februar ab.
Quelle: Junge Welt vom 14.12.2007
30.11.2007
Die »Krombacher Klugscheißer-Runde« des DSF war am Sonntag im Sinne Rudi Völlers (»Es gibt nur einen Rudi Völler«). Dicke Knüppel wurden gegen Oliver Bierhoff geschwungen, der sich ins Trainergeschäft gedrängt hatte. Er wurde geschlossen in seine Schranken gewiesen. Latteck und Hartmann, waren die Wortführer. Hecking, der Trainer von Hannover 96, brachte eine schöne Note ins Gespräch. Er meinte, man dürfe die Leistung eines Trainers nicht nur von Sieg oder Niederlage abhängig machen. Ja, aber warum müssen denn weltweit die erfolglosen Trainer gehen? Natürlich spielt das Geld auch hier eine entscheidende Rolle. Und diese Theorie wird zur materiellen Gewalt, indem die Münchner Bayern Meister werden, weil sie das meiste Geld haben, und Energie Cottbus steigt ab, weil es das wenigste Geld hat. Ja, so einfach ist das.
Schalke zeigt sich dank Kuranyi gut erholt, wogegen Dortmund mal wieder auf der Bahre getragen wird. Jena macht einen guten Auswärtspunkt, Aue leider nur einen dünnen Heimpunkt. Für Erfurt war das Spitzenspiel in Düsseldorf bei der Fortuna etwas zu schwer. Die Überraschung aber war der Rausschmiß von Guido Buchwald bei Alemannia Aachen.
Unser Sonderkorrespondent Friedhelm Charlet faxte aus Kaulsdorf, daß Einheit Pankow Stern Kaulsdorf mit 6:2 überrannte. Krömke (1), Wagner (1), Jechow (1) und Tesfu (3) schossen die Tore. Tesfu drei, weil er partout Norman Jechow den Elfer nicht treten ließ. Unsere 32er spielten trotz der schönen Seefeldt-Tore nur 2:2 gegen Südring. Die 40er gewannen 2:1 gegen Wannsee, weil Schmunki wieder wie ein junger Gott hielt. Die AK 50 spielte dank Matuszewski gegen Hertha BSC 0:0. Die AK 60 schlug Mahlsdorf 7:1 durch Tore von Leo Weixelbaum (1), Manne Müller (2) und Volker von Münster (4). Da wundert sich schon keiner mehr.
Quelle: Junge Welt vom 30.11.2007
16.11.2007
Es war einer jener Sonntage auf dem Zobelplatz, an dem früher in Pankow geflaggt wurde. Die erste Mannschaft des VfB Einheit zu Pankow ließ dem Tabellenzweiten keine Schnitte, schickte den Gegner mit satten 7:1 geschlagen nach Altglienicke zurück.
Jeder Spieler des VfB verdiente sich das Attribut hervorragend. Fox und Wegener machten je zwei Tore, Förtsch und Tesfu je eins. Und Jeschow säbelte einen rein, damit hätte er auch im chinesischen Staatszirkus brillieren können.
Bei den Senioren machte Kay Seefeld wieder einmal vier Tore, bei den 60ern schossen von Münster, Tiffert und Jager den 3:0-Sieg über Lichtenberg 47 heraus. Unsere Alten sind ja fast unschlagbar. Ausgesprochen lobenswert finde ich, daß Tiffert, der Coach der I. Männer, sich bei den 60ern immer zur Verfügung stellt.
Ätsch! Nun hat es die Millionarios aus München auch erwischt. Beim deutschen Meister in Stuttgart verloren sie 1:3, Rummenigge rügte den Trainer, Hoeneß die Mannschaft. Das paßt den anderen Vereinen aber in den Kram! Werder, Schalke, Leverkusen – alle haben international keine Bäume ausgerissen, München lenkt von eigenen Pleiten ab.
Nürnberg sah jämmerlich aus. Sie versuchten, sich in Bielefeld durchzumeiern, es mißlang. Cottbus hätte einen Punkt verdient gehabt in Rostock, Hannover einen in Berlin. Die höheren Mächte hatten es anders beschlossen.
Wenn man die Spiele von Carl Zeiss Jena und Wismut Aue in der zweiten Bundesliga verfolgt also sie sind beide besser als ihr Tabellenstand. Immer fehlt ihnen am Ende ein Tor. Mönchengladbach war Gast bei den Löwen in München. Tore? Fehlanzeige. In der Regionalliga Nord schob sich Rot-Weiß Erfurt mit einem 3:0-Sieg in Lübeck an die zweite Position und macht sich stark für den langen Marsch in die erste Bundesliga.
Quelle: Junge Welt vom 16.11.2007
02.11.2007
Die Sonne schien. Der Präsident hatte zum Auswärtsspiel seines VfB Einheit Pankow in Treptow Kaffee, Käsekuchen und Gattin mitgebacht – es half alles nichts, der albanische FC Liria war die bessere Mannschaft und gewann verdient 3:0. Schulle verhinderte im Tor eine höhere Niederlage.
Gut, daß sich die Fans am Sonnabend schon amüsiert hatten. Die 40er machten ein Bombenspiel und schlugen den FC Treptow 6:2. In einer sehr guten Elf fielen Kaule und Heinrich auf, der auch bei den 32ern wieder auftauchte und dort sogar ein Tor schoß. Schulle machte zwei und verschenkte aus Mitleid noch zwei todsichere. Kopfballungeheuer Rosalski machte auch ein Tor für die Galerie. Bei den 50ern schlug Olaf Wrege dieSpandauer Kickers mit 1:0.
Nachdem die Überraschungen in der Bundesliga ausblieben, erwartete man von den Pokalspielen, daß die Unterklassigen ihren Gegner ein Bein stellen würden. Und das machten sie auch. Der Wuppertaler SV nahm die Hertha-Pfeifen aus Berlin ordentlich Maß; auch unter dem Aspekt, daß Hertha an diesem Tag kaum gegen unsere A-Junioren gewonnen hätten. Bochum erwischte es in Aachen.
Am Mittwoch abend ging dann der zweite Teil über die Runden. Mönchengladbach war in München den Bayern bis zur Pause ebenbürtig und hielt verdient ein 0:0. Dann folgte ein 1:3. Die Sensation schaffte Jena. Dort schlug man den ehemaligen Jenaer Trainer Hans Meyer mit seinem Pokalsieger Nürnberg 5:4 n.E.. Und das mit zehn Mann. 16 000 Zuschauer feierten Halloween. Der Deutsche Meister VfB Stuttgart kam gegen Paderborn mit viel, viel Glück ins Achtelfinale.
Quelle: Junge Welt vom 02.11.2007
19.10.2007
Wenn im Ruhrgebiet Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb spielt, ist das große Derby Schalke 04 gegen Borussia Dortmund angesagt. Einen Hauch davon erlebten wir beim Ortsderby Fortuna Pankow gegen VfB Einheit. Als Fox in der 20. Minute das 0:1 besorgte, wurde mir schon warm ums Herz. Wegener machte dann noch zwei schöne Tore hinterher. Die Fortunen konnten froh sein, daß ich aus Altersgründen nicht mehr spiele, es wäre ein Debakel für sie geworden.
Ich könnte mir vorstellen, daß es am Sonntag gegen Traber schwerer wird. Die 32er schlugen Stralau 11:0. Die 40er retteten durch Schmunkis Glanzparaden gegen Hermsdorf ein 4:2. Thomas Heinrich schenkte den Rot-Weißen aus Neukölln allein drei muntere Dinger ein, so daß die Zweite 5:2 gewann. Unser 2. Vorsitzender und Jugendleiter Marcel Swojak überraschte nach elfjähriger Verletzungsdauer seine Elke mit einem Heiratsantrag, den sie nach gründlichem Überlegen positiv beantwortete. Herzlichen Glückwunsch!
Die Fußballnationalmannschaft konnte in Irland nicht gewinnen. Da ich arbeiten mußte, verließ ich mich auf Fitti Charlets Urteil: »Du hast nichts versäumt. Nur Lehmann war sein Geld wert.« Bis weit nach Mitternacht saßen im Fernsehen noch diverse Schlabberköppe wie Hartmann und Calmund zusammen und vertieften das dünne Spiel.
Mittwochabend dann nationales Fußballprogramm. Deutschland gegen Tschechien. Vorspiel: Rußland gegen England. Die Insulaner verloren 2:1. Wer es nicht gesehen hat, versäumte ein prima Spiel. Die Moskowiter gewannen, obwohl Putin im Ausland war.Ach, du dickes Ei von Plettenberg! In der Halbzeit lagen wir schon 2:0 hinten. In der 2. Hälfte machten die Tschechen den Sack zu: 3:0. Ich müßte dringend nach Dresden, aber die Bahn streikt. Dabei ist die Lage der Nation ausgezeichnet und wird täglich besser. Nur im Mittelalter fuhr die Postkutsche immer zuverlässig.
Quelle: Junge Welt vom 19.10.2007
05.10.2007
Als der beste Stadionsprecher Berlins in Pankow verkündete, die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft, die er als »Büstenhalter-Auswahl« apostrophierte, sei Weltmeister geworden, lag Einheit gegen Teutonia schon wieder 0:3 zurück. Nun haben wir weder Prinz noch Garefrekes in unsern Reihen, noch könnten wir sie bezahlen. Die Freude über den Sieg in China war jedenfalls groß, wenngleich bei Friedrich Charlet und mir doch ein wenig getrübt.Wenn die Aushängetruppe nie gewinnt, dann schmeckt dir auch bald die Bulette nach Gammelfleisch. Der dicke Calmund schwadronierte wieder im Fernsehen herum.
Gestützt auf Hoeneß’Aufregung über das nicht gegebene Tor in Leverkusen, plädierte der Exmanager für eingebaute Kameras in Torpfosten und Chips in Fußbällen. Warum das Geschrei nach mehr Elektronik? Die Schiedsrichter sollen abgeschafft werden. Und die Entscheidungen werden dann wirklich von draußen getroffen.Wie beim Eishockey. Dann dauert ein Fußballspiel natürlich über zwei Stunden.
Kaiserslautern stürzt ab. Da denkt man an renommierte Vereine. Wo krauchen sie rum, Preußen Münster und VfB Leipzig, VfL Benrath und Hüsten 09?
Den VEB Einheit-Zuschauern machen zur Zeit die Alten Herren wieder Freude.Unsere AK 40 gewann gegen Wacker/Alemannia mit 9:0. Die 50er taten es auch nicht unter 7:1 gegen den Frohnauer SC. In einer geschlossenen Mannschaft machten Patho Lange (3), Volker Reschke (2), Manfred Müller und Jürgen Wernicke die Tore. Unsere 60er hatten es gegen Hertha BSC bedeutend schwerer beim 4:3. Sie schossen unsere Tore: der gute Utze Solfrian (2), Jürgen Gütschow und Goalgetter Volker von Münster. Die Ak 32, eine der besten europäischen Mannschaften dieser Altersgruppe, schlug Westend 01 mit 7:2; dabei machten Kay Seefeldt 3, Jörg Schulze 2 Tore.
Quelle: Junge Welt vom 05.10.2007
21.09.2007
Das war ein Spiel! Wer das nicht gesehen hat, kann sich nur noch ärgern ... In der Halbzeit lagen wir mit 0:2 gegen den LFC Berlin hinten, und nur die größten Optimisten glaubten noch an eine Wende. Und sie kam. Weniger machte ein Tor, Foxi gleich zwei. Wir führten 3:2. Die Gäste freuten sich, als sie in der 92. Minute zum kaum erhofften Punktgewinn kamen. Ihre Freude war verständlich, wurde der Treffer auch noch aus einer Abseitsstellung erzielt. Jörg Milack fokussierte: »Wir haben nur einen Punkt gemacht; aber diese Mannschaft hat Charakter.«
Die 32er des VfB Einheit zu Pankow kamen gegen Spandau 06 so eben mit 2:1 über die Runden. Unsere Spaßmacher, die Ü 60, schlugen Blau-Weiß 3:1. Die Torschützen waren Tiffert, Gerhardt und Jager. Die 40er gewannen 4:0 gegen Türkiyemspor, das erfolgreiche Wochenende abrundend.
Ulli Hoeneß ist täglich im Fernsehen, um den Punktverlust gegen Schalke herunterzuspielen. Und er tut das mit einer geistigen Verkrampfung, die mich überrascht. Natürlich fand er den Freistoß, der zum rettenden Tor führte, in Ordnung. Aber dann belegte er die Medien, die es anders sahen, mit solchen sarkastischen Flachpässen, daß man ihn abdrehen mußte. Das gleiche Dilemma mit dem Schiedsrichter passierte in Aue, als der Verteidiger aus Gladbach den Ball im Strafraum mit der Hand abwehrte. Tausende im Stadion sahen es. Millionen an den Bildschirmen sahen es. Nur der Schiri nicht. Und der Gladbacher Trainer nicht. Der Reporter wand sich wie ein Wurm. Natürlich hat es der Schiedsrichter gesehen; aber er hat auch Familie. Und der Linienrichter hat eine Fahne. Und ein Deutscher mit einer Fahne ist fast unbesiegbar. Die Bezahlung der Sportler hat längst inflationäre Züge angenommen. Und die Millionäre auf der anderen Seite wollen dir ans Geld. Da muß gesenst und getreten werden. Geld kennt kein Pardon.
Quelle: Junge Welt vom 21.09.2007
08.09.2007
Das war am vergangenen Sonnabend eine Freude im DSF, als das Nürnberger Tor in Cottbus nicht gegeben wurde. So ist im Fernsehen kein Schiedsrichter runtergeputzt worden wie dieser Kircher. In der Krombacher Runde am Sonntag mittag beschäftigte der Biermoderator sein Publikum fast eine Stunde, indem er das Tor in zehn bis 20 Kameraeinstellungen zeigte, normal und langsam. Hans Meier bekam seinen obligatorischen Kabarettauftritt, und der Krombacher trat noch einmal kräftig nach, indem er Cottbus in dieser Saison den Abstieg prophezeite. Das ist nicht aufregend, das machen diese Ostgegner vom DSF alljährlich so.
Wenden wir uns ab von den DSF-Komikern, den sachlichen Ergebnissen zu. In der zweiten Liga und der Regionalliga Nord gab es interessante. Aue gewann in Paderborn und hat gegen Mönchen Gladbach bestimmt eine volle Hütte, Dresden gewann in Oberhausen und kann gegen Fortuna Düsseldorf auch mit gutem Besuch rechnen. Wie Rot-Weiß gegen Union.
In der Oberliga kam es zum Beinaheskandal wegen eines Strafstoßes für Türkyemspor gegen Dynamo, der nach Ansicht des BFC keiner war. Wenn die Krombacher erfahren, daß am vergangenen Wochenende in Deutschland etwa 2 835 Elfmeter verhängt wurden, von denen die Hälfte nach Ansicht der Bestraften keine waren, müssen sie sich mal wieder furchtbar albern vorkommen.
Wie dünn sah Einheit Pankow gegen die Türken in Rudow aus. Wieviel besser sahen wir gegen die Türken von Sperber Neukölln aus, und trotzdem langte es einer aufopferungsvoll kämpfenden Truppe nicht zum Sieg. Man kann es drehen, wie man will. Wir brauchen unsere Sommerurlauber. Wenn man zu Hause drei Tore frißt, das ist zu viel. Alleine konnte es Tesfu vorn nicht schaffen. Trainer Tiffert meint, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. Was ich von Gerechtigkeit im Fußball halte, ist gottlob allseits bekannt.
Quelle: Junge Welt vom 08.09.2007
24.08.2007
Elf des Tages (Angriff): Ephrem Tesfu – Einheit Pankow. Und diese Auszeichnung der Fußballwoche erfreute ihre Fans außerordentlich. Machte Tesfu doch beim Saisonauftakt gegen Bau Union allein vier Tore. Wie die schwarze Perle die Verteidiger aussteigen läßt, haben wir in Pankow noch nicht gesehen. Ich hoffe, er schlägt weiter zu – Gott erhalt’ uns den Tesfu! Seefeldt machte sein obligatorisches Tor, und am Ende hatten wir 6:0 gewonnen. Für den Anfang schon ganz schön. Die zweite Männermannschaft machte den Sonntag mit einem 1:0 gegen Unmuispor richtig rund. Die 50er und 60er gewannen ihre Montagsspiele überlegen, wobei es sogar Hertha BSC mächtig an den Kragen ging.
Jedenfalls betrachten die Anhänger von Amateurvereinen an solchen Tagen die Überraschungen bei den Profis viel gelassener. Bayern macht in Bremen vier Stück. Schalke macht gegen desolate Dortmunder vier Stück. Aachen gewinnt in Köln. Die vielgeschmähte Hertha muß gelobt werden, schlug sie doch Stuttgart glatt mit 3:1. Babelsberg gewinnt in Braunschweig 3:1. Nur Union sieht leider schon wieder nicht gut aus.
Am Mittwoch abend lief unsere Fußballnationalmannschaft ersatzgeschwächt im Londoner Wembley-Stadion auf. Als wir nach zehn Minuten schon 1:0 zurücklagen, sah es böse für uns aus, da keiner ahnte, daß wir mit einem 2:1 Vorsprung in die Halbzeit gehen würden. Die zweite Halbzeit setzten uns die Söhne Albions unter Dauerdruck; aber die Teutonen mit Philipp Lahm an der Spitze fielen nicht.
Auf der Tribüne saß Angela Merkel. Sie hatte natürlich großen Anteil an unserem Sieg. Unsere Frauen gewannen gegen die Schweiz 7:0. Na ja, wir sind ja auch Weltmeister. Pankows 32er nahmen Mittwoch abend Concordia Wilhelmsruh auseinander, und das war für Einheit auch ein richtiger Vorbeimarsch.
Quelle: Junge Welt vom 24.08.2007
10.08.2007
Die erste Hauptrunde des DFB-Pokals fand ihren Höhepunkt unbestreitbar im letzten Spiel am Montag zwischen Wacker Burghausen und Bayern München. Als den Münchenern in der 79. Minute der 1:1-Ausgleich gelang, sprang Hoeneß seinen Trainer, dem schon alle Gesichtszüge entgleist waren, an, als hätte er Chelsea aus dem Rennen geworfen. Kahn hielt dann noch zwei schwach geschossene Elfmeter der Burghausener, und die Bayern kamen mit 3:4 und einem blauen Auge weiter.
Sie waren nicht allein mit ihrem Kummer. Leverkusen verlor in Hamburg gegen St. Pauli, Cottbus in Essen gegen Rot-Weiß, den 1. FC Köln erwischte es bei der Reserve von Werder Bremen mit 4:2 auch ordentlich. Viele Bundesligavereine kamen wie die Bayern nur mit Gottes Hilfe weiter. Bremen in Braunschweig, Stuttgart in Wehen, Bochum in Dresden, Karlsruhe in Neustrelitz – alles dünne Ergebnisse.
Die Deutsche Fußballiga hat ein neues Präsidium gewählt. Der Präsident ist von Borussia Dortmund. Der erste Vizepräsident von Schalke. Und dann mußte noch Bayern München in den Vorstand. Das macht Rummenigge, der Zuträger für Hoeneß. Und was wird verhandelt? Wer Geld bekommt. Der Liga-Ausschuß! Klar. Der DFB! Klar. Und viele mehr.
Nein! Einheit Pankow bekommt nichts. Die Amateure sollen – verdammt nochmal – sparsam mit jedem Cent umgehen, und nicht nach dem Spiel jedem Spieler eine Bockwurst und ein Bier spendieren. Das machen die Proficlubs auch nicht. Der bis Uruguay und Kreuzberg bekannte Torhüter der Ü50, Katze Weinkauf, feierte seinen 60. Geburtstag mit einem 3:5 über die Hans-Rosenthal-Elf. Nun weiß die Katze nicht, soll er weiter bei den Fünfzigern spielen oder fortan bei den Sechzigern.
Die Erste verlor ihr Vorbereitungsspiel gegen Wilhelmsruh. Das ist schon traurig; aber natürlich kein Beinbruch.
Quelle: Junge Welt vom 10.08.2007
27.07.2007
Kanada ist sehr weit und sehr groß. Natürlich gehen da auch die Uhren anders. Also mußte ich nachts um 12 ans Fernsehgerät, um mir das Finale der U 20 anzusehen. Argentinien gegen Tschechien. Die Tschechen rührten ihren berüchtigten Beton an und verloren das Spiel erst in der 86. Minute. Im Spiel um den 3. Platz gewann Chile gegen zehn Österreicher etwas glücklich. Das ganze Turnier lief ohne deutsche Beteiligung ab.
Bei den U 19-Nationalmannschaften war Deutschland aber mit einer sehr guten Mannschaft vertreten. Gegen Serbien mußte zum Weiterkommen unbedingt ein Punkt her. Die entscheidenden Tore fielen erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Da bleibt einem fast das Herz stehen. Ein schwer erkämpftes 2:1, der Gegner nur noch mit zehn Mann, und Deutschland verliert noch 2:3. Da überzieht das große Schweigen den deutschen Raum. Das Finale verschenkt. Den Titel abgegeben. Die Spanier mußten gegen die Franzosen ins Elfmeterschießen. Ihr Tormann kaufte den Franzosen zwei Elfer ab: Finale gegen Griechenland.
Fitti Charlet wußte vom Berliner Exer-Pokal auch nicht viel fröhliches zu berichten. Einheit Pankow hatte Dienstag abend noch Heinersdorf zu schlagen, und das schien durchaus machbar. Obwohl Heinersdorf nun gerade nicht Real Madrid darstellt, schmissen sie Pankow aus dem Wettbewerb. Bäume hat die Einheit im Exer noch nie ausgerissen. Aber jetzt reicht es so langsam.
Lustiger ging es im Ligapokal zu. Schalke gewann in Nürnberg bei Hans Meyer mit 4:2 dank einer überragenden Partie von Kuranyi. Mittwoch abend mußten die Bayern gegen den VfB Stuttgart gewinnen, um in Leipzig den Pokal gegen die Gelsenkirchener Vorstädter erobern zu können. Es gelang nach überlegen geführtem Spiel mit 2:0. Auch in Leipzig sind die Münchner hochfavorisiert.
Quelle: Junge Welt vom 27.07.2007
15.07.2007
Udo Solfrian, genannt Utze, hatte Geburtstag. Er wurde 60. Viele wollten es nicht glauben und behaupteten, er sähe aus wie 30. Aber er sah mit 18 ja schon aus wie 30. Und da saßen die »Helden von Zehlendorf« und feierten noch einmal den großen Erfolg im Berlin-Fußball. Kein Punktspiel im Nacken. Keine Trainingseinheit vor der Brust. Nur die Prostata rief mahnend: »Sportfreund laß laufen!« Und der Gerstensaft troff aus den Bärten. Aus fröhlichen Kehlen erscholl der alte Einheit-Kampfruf; Rumms, ist die Einheit mit dem Hammer wieder da. Ein Jahr geschunden, und die Siegesgöttin schwebte lächelnd über dem Vereinslokal. Wir gratulieren, Utze! Es hat sich wirklich gelohnt, Freunde!
Der Ball rollt wieder. Die Tour de France allein kann die Fans nicht glücklich machen, obschon das Fernsehen qualitativ und quantitativ unheimlich reinhaut. Aber der Dopingskandal geistert durch die gesamte Berichterstattung. Die Tour wird nicht am Dopingskandal zerbrechen; genausowenig wie der Freistaat Sachsen im Korruptionssumpf ertrinkt, weil da genügend Gauner mit großen Besen bereitstehen, die allen Dreck unter den Teppich kehren.
Schalke hat das erste Aufbauspiel gegen FC Kopenhagen mit 2:2 eben über die Runden gebracht. Der Meister der Herzen möchte so gerne mal richtig Meister werden; aber die Aussichten sind in diesem Jahr gegen die bajuwarische Weltauswahl ganz dünn. Die Bayern gewannen ihr erstes Aufbauspiel gegen Schaffhausen am Mittwoch abend und spielten schon recht ordentlich mit ihren neuen Millionären. VfB Einheit Pankow steigt erst heute in den Exer-Pokal ein. Der Champions-League-Pokal der Auswahlteams unter 20 in Kanada (mit sehr gutem Fußball) steht etwas im Schatten der Copa America, wo Brasilien im Finale gegen Argentinien steht.
Quelle: Junge Welt vom 15.07.2007
29.06.2007
Die Junioren-Auswahlmannschaften Europas trafen sich in den Niederlanden, um den Europameistertitel auszuspielen. Wer die Spiele im Fernsehen nicht miterleben konnte, hat etwas verpaßt. Die Unter-21jährigen ließen ihre Vorbilder vergessen. Es gab Elfmeterschießen nach Remistreffen am laufenden Band. Die Zuschauer waren begeistert, als die Niederlande bis ins Finale vorstießen und vor ausverkauftem Haus gegen Serbien gewannen. Die Niederlande also Titelträger, Deutschland nur Zaungast. Unsere Jungen hatten im Vorfeld die Ausscheidungsspiele gegen England eindeutig verloren. Unser Nachwuchs hat wieder einmal eine große Chance vertan.
Das große Hickhack um Klose hat ein Ende gefunden. Über Nacht ist der Pole als Norddeutscher ein Bayer geworden. Zwölf Millionen wechselten den Besitzer. Das ist für Allofs sehr viel Geld. Hoeneß bezahlt das aus der Portokasse.
Am Sonntag war Zehlendorf fest in Pankower Hand. Die Senioren-Ü 60 schlugen Spandau 06 im Pokalendspiel mit 5:1. Dr. Weixelbaum machte allein drei Tore, von Münster und Tüschow je eins. Dr. Mach ließ nur einen Treffer zu, er war mehr als ein Ersatz für Katze Weinkauf, dem wir von dieser Stelle gute Genesung wünschen. Für die Ü 50 wurde es anschließend schwerer. Fortuna Biesdorf war der erwartet schwere Gegner. Newerla brachte Pankow durch einen Foulneunmeter mit 1:0 in Führung, und Reschke band den Sack mit seinem Treffer zum 2:1 zu. VfB Einheit Pankow gewann den Pokal zum dritten Mal in Folge und damit für immer.
Hoch her soll es in der Mitgliederversammlung des BFC Dynamo gegangen sein. Nach acht Stunden hatten sie einen neuen Boß. Einer geht – ein neuer kommt. Alles wie gehabt. Jedes Jahr die gleiche Prozedur. Sport frei!
Quelle: Junge Welt vom 29.06.2007
15.06.2007
Daß im Leipziger Sumpf die Fußballer der Stadt nicht unberührt bleiben würden, überraschte keinen sonderlich. Man muß nicht wiederholen, was sich in Probstheida abgespielt hat und wieso Lok Leipzig in der 11. Liga gelandet war. Auch die geliebten Sachsen aus Leutzsch können in der Oberliga trotz des neuen Anhangs nicht mehr aufsteigen. Die Loksche steht kurz vor dem Aufstieg in die Landesliga. Sie zogen über 5000 Fans ins Zentralstadion. Keiner weiß mehr, für wieviel Millionen das Stadion für wieviel zigtausend Zuschauer umgebaut wurde. Geld spielte in Leipzig keine Rolle. Wer jedenfalls mit den Leipziger Nachkriegsfußballern groß geworden ist, freut sich über den Erfolg der Männer hinter dem Völkerschlachtdenkmal. Möge der Fußball in der Messestadt trotz der kriminellen Umgebung in Zukunft erfolgreich arbeiten.
In dieser Rubrik haben wir auf den ominösen Fall Tennis Borussia II vs. Umutspor 8:0 hingewiesen. Nun ist das Urteil da: Umutspor gewinnt 6:0. Damit könnte die leidige Sache aus der Welt geschafft sein. Aber weit gefehlt! Tennis geht in die Berufung. Nun wird aber der neue Absteiger Spandauer Kickers lebendig; denn dort wirkten auch Tennis-Spieler aus der Ersten mit. Das Theater nimmt offenbar kein Ende. Natürlich läuft auch noch das Verfahren Trakya Spor gegen GW Neukölln II. In einem andern Fall hat Concordia Britz Einspruch erhoben. Es wird höchste Zeit, daß noch in diesem Monat die anhängigen Verfahren erledigt werden.
Und was macht Einheit Pankow? Die Jungs liegen am Ostseestrand. Das Abstiegsgespenst dem G-8-Gipfel untergeschoben, träumen sie von einer Bombensaison.
Quelle: Junge Welt vom 15.06.2007
01.06.2007
Der Teppichhändler aus Nürnberg ist Deutscher Pokalmeister geworden. Er gewann gegen zehn Stuttgarter nach Verlängerung 3:2. Hans Meyer, der Osttrainer, meinte zum Pokal: »Es ist total enttäuschend, da geht nichts zu trinken rein. Ich komme aus einer Generation, da wurde aus jedem Pokal noch gesoffen.« Die Schwaben konnten die Panne verschmerzen, sie waren ja schon Deutscher Meister. Überdies schmeißt ihnen Hertha BSC noch den Bastürk hinterher. Na ja, die Berliner haben nun wirklich genug gute Spieler, wenngleich es für die Regionalliga leider auch nicht reichte.
Dem 1. FC Magdeburg erging es in Emden nicht anders als Stuttgart: Mit zehn Mann kann man ein entscheidendes Spiel nicht gewinnen. Die Magdeburger haben aber morgen noch eine Chance, wenn sie gegen Aufsteiger St. Pauli zu Hause gewinnen. Sie werden gewiß eine volle Hütte haben.
Wißt ihr noch, als Croatia aufsteigen wollte? Sie mußten beim BVB 6:0 gewinnen, erfuhren während des Spieles, daß nur 9:0 reichen würde, machten einfach drei Tore mehr ... Heute muß Tennis Borusisia einige Tore machen. Sie machen acht Stück. Einspruch. Protest. Jedes Jahr dasselbe. Vielleicht müßte mal einer mit dem Donnerkeil dazwischenfahren. Aber wer?
VfB Einheit Pankow schlug Lübars 2:1. Foxi schoß beide Tore, Werner hielt sehr gut. Das Altliga-Pfingstturnier gewann Pankow mit 13:0 Toren bei fünf Spielen. Jechow und Rosalski machten die Tore im Endspiel. Die Ü 50 brachte Hertha BSC eine 1:0-Niederlage bei. Olaf Wrege erzielte das Tor eine Minute vor Schluß.
Die Mitglieder des VfB Einheit Pankow wählten einen neuen Vorsitzenden. Diesmal wurde es Jörg Milack, der große Ähnlichkeit mit dem alten hat. Die neue Saison wird nicht einfacher. Ich drück ihm die Daumern.
Quelle: Junge Welt vom 01.06.2007
18.05.2007
Die Bayern heulen wie sibirische Wölfe im tiefen Schnee. Kein europäischer Titel. Kein deutscher Titel. Nur bayrischer Meister – und das ist Edmund Stoiber auch. Franz Beckenbauer droht dem Rest der Welt: »Der FC Bayern wird Zeichen setzen!« Da läuft es dem FSV Werdohl aber kalt den Rücken runter. Das tat es auch den Schalkern im Entscheidungsspiel Herne gegen Lüdenscheid, wie es in Westfalen beim Ortsderby in Dortmund heißt. Nachdem die Schwarz-Gelben den Blau-Weißen das Veltins vom Mund weggerissen hatten, warteten die Stuttgarter nur noch auf die Niederlage der Bremer und nahmen schon mal die Schale mit nach Süden.
In der 2.Bundesliga zogen Tausende Rostock-Fans die Hansakogge über Land nach München und holten sich dort die heißbegehrten drei Punkte ab. Der Aufstieg ist damit noch nicht gesichert, weil Duisburg und Freiburg auch noch ins Oberhaus wollen; aber gegen Unterhaching sind die Chancen im Ostseestadion offensichtlich gut.
Etwas zu kurz kam in der Berichterstattung der FC Magdeburg. Am Sonntag reist Leverkusen in die Börde, das ist die Elf, welche vor wenigen Tagen Dynamo Dresden aus allen Träumen riß. Magdeburg könnte mit einem Sieg den Aufstieg schaffen.
Der Tabellenletzte Einheit Pankow war beim Spitzenreiter Nordost zu Gast. Als Schiri Hobudzinski nach einer halben Stunde erkannte, daß Nordost heute nie ein Feldtor schießen würde, gab er ihnen kurzentschlossen einen Elfmeter. Und dabei blieb es. Unsere Minis (fünf bis sechs Jahre) gewannen 19:0. Vier Tore machte Mareen, das einzige Mädchen in der Mannschaft. Die 50er schlugen den Weißenseer FC 5:l, die Ü 60 Blau-Weiß 9:0. Die ersten sechs Tore schoß der Knipser vom Dienst, Volker von Münster, die nächsten Tiffert, Gütschow und Gerhardt, der mit seinem Tor an seine Glanzzeiten erinnerte. Darüber spricht man in Pankow.
Quelle: Junge Welt vom 18.05.2007
06.05.2007
Im Augenblick gibt es bei Bayern München mehr Aufregung als bei Einheit Pankow. Diese Niederlage im Heimspiel gegen den HSV ließ auch Außenstehende einen unerwarteten Blick ins grauenhafte bajuwarische Fußballelend tun. Der Familie Hoeneß ist in dieser Saison nichts erspart geblieben. Aber auch gar nichts. In Berlin hat der Großkotz Dieter das Elend seiner teuren Truppe seit Jahren mit seinem überheblichen Lächeln quittiert, wissend, daß an seinem Elfenbeinturm nicht gerüttelt werden kann. Der Fußballgott hielt seine schützende Hand über Schalke nach der Niederlage in Bochum, denn Werder Bremen konnte in Bielefeld auch nicht gewinnen. Das von unseren Westfreunden ständig beschimpfte Cottbus brachte sich schon vor Ultimo in Sicherheit, was einem halben Dutzend Mannschaften nicht gelang. Mönchengladbach ist abgestiegen, Karlsruhe aufgestiegen. Essen und Rostock teilten sich die Punkte. Für welches Team es zu wenig war, wird sich am Ende zeigen. Auch Dresden hätte in Berlin die Punkte dringend nötig gehabt, aber Union gab sie nicht her. Sehr gut in Schwung ist Magdeburg. Sie hatten mehr Fans mit in Berlin gegen Hertha als sie früher bei Heimspielen hatten.
Pankow war bei den Neuköllner Türken wieder glücklos und verlor 2:1. Der Präsident von Einheit ersparte sich als Oberbefehlshaber den Anblick seines geschlagenen Heeres. Die Großväter halten das Schönholzer Panier noch hoch. Die AK 50 gewann ihr Punktspiel gegen NNW 98 durch zwei Tore von Wernicke und Reschke. Katze Weinkauf erklärte vor der internationalen Presse (Charlet »vom Heiligenseer Nachtexpress«), er wäre wieder Weltklasse gewesen. Die Ü 60 mit Kapitän Jürgen Gütschow schlug Mahlsdorf 6:2. Die E-Jugend schoß 104 Tore (12 Spiele 36 Punkte). Pascal Ruske ließ nur 14 Tore zu. Wenn die Elf zusammenbleibt, könnte Einheit in zehn Jahren wieder in die Landesliga aufsteigen.
Quelle: Junge Welt vom 06.05.2007
13.04.2007
Der Osterhase legte einigen Mannschaften faule Eier ins Nest. Aachen und HSV, Hertha und Karlsruhe, Leverkusen und Union waren betroffen. Auf Schalke hielten Fans ein Plakat hoch: »Wenn sogar Eier eine Schale haben – wir wollen auch eine!«
Solche Losung könnte man auch in Bremen, Stuttgart oder München über die Köpfe schwenken. Nachdem der BFC-Trainer Doll in Hamburg rausgeflogen war, mußten seine BFC-Spezies Götz und Thom in Berlin die Segel streichen. Naive Gemüter hatten gehofft, Dieter Hoeneß wäre geflogen. Nein! Ein Hoeneß ist unkündbar.
International muß man den Bayern ein großes Lob zollen. Sie erreichten in Mailand gegen den AC in der Nachspielzeit ein 2:2 und gehen mit großen Aussichten ins Rückspiel. Hatte ich angenommen. Sie verloren aber in der Münchener Weizenbier-Arena mit 0:2. Leverkusen sieht nach der hohen Heimniederlage grau aus. Der AS Rom fraß auf der Insel bei Manchester United sieben muntere Dinger. Aue verspielte zu Hause gegen Köln seine Aufstiegchancen wie Union gegen Holstein Kiel und Magdeburg gegen Borussia Dortmund II. So ruhen alle Hoffnungen auf Dynamo Dresden nach dem Sieg über VfB Lübeck.
Der VfB Einheit zu Pankow holte gegen Croatia hochverdient einen Punkt. Das Aushängeschild ist augenblicklich aber die Ü 60, die ihr Heimspiel durch vier Tore des überragenden Herrn von Münster nach jeweiliger Vorarbeit Tifferts gewann. Man hatte sich übrigens durch Kersten aus der Ü 70 verstärkt. Durch einen Sieg über Blau-Weiß kämpfte sich diese Elf mit Dr. Mach und Dr. Weixelbaum sogar ins Pokalfinale. Da gratulieren wir doch fröhlich!
Quelle: Junge Welt vom 13.04.2007
30.03.2007
Wenn ich vor dem Spiel Hertha BSC gegen Energie Cottbus schrieb, wenn überraschenderweise Energie gewänne, dann wäre der Schiedsrichter der Schuldige, so bedurfte es dazu keiner besonderen prophetischen Gabe. Nein, ich weiß wie Berliner Medien damit umgehen. Ulli Meyer tönte dann auch prompt in der Fußball Woche, der Referee hätte sich auf die Cottbuser Seite gestellt. Na ja, man ist aus dem Hause Hoeneß schon einiges gewöhnt.
Unsere Nationalmannschaft machte in Prag ein gutes Spiel und gewann gegen den langen Koller verdient mit 2:1. Kuranyi machte beide Tore und arbeitete – wie Ballack – im Sturm, aber auch in der Defensive. Mit einer völlig umgekrempelten Mannschaft ging es dann Mitte der Woche gegen Dänemark aufs Feld. Die Dänen waren sehr ungehalten, daß wir mit einer B-Auswahl antraten. Bis zur Halbzeit hielt unsere Auswahl ein glückliches 0:0, trat aber dann erneut mit veränderter Truppe an. Und verlor 1:0. Die Mannschaft lebt noch!
Der VFB Einheit zu Pankow gewann sein Nachholspiel gegen Hürriet und kam auf zehn Punkte. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Mannschaft abgeschlagen an letzter Stelle liegend, Sonntag für Sonntag zu großer kämpferischer Leistung motiviert und um jeden Punkt fightet. Auch der 1. Sekretär, unser Sportfreund Milack, hat zu alter Heiterkeit zurückgefunden. Fußball soll ja auch Spaß machen. Bis ins Pankower Rathaus muß diese Volksweisheit getragen werden.
Friedrich Charlet, Kirchbaurat i.R. und 2. Betreuer unserer 32er sah das 3:1 unserer 50er gegen Biesdorf und übermittelte mir auch das 8:3 der II. Mannschaft bei Spandau 06. Nach einem 2:3-Pausenrückstand machte mir der hohe Sieg besonders großen Spaß. Na ja, bei so vielen Mannschaften spielt immer eine für die arme Seele.
Quelle: Junge Welt vom 30.03.2007
16.03.2007
Wer es nicht gesehen hat – wie ich –, der wollte es nicht glauben: Der abgeschlagene Tabellenletzte VfB Einheit Pankow schlägt Kickers Spandau 5:0, und der stets überaus fleißige Jechow machte allein zwei Tore. Zehn Punkte sehen schon mal etwas besser aus. Ebenfalls zwei Tore machte Seefeldt gegen die Reinickendorfer Füchse, die schon 2:0 vorn lagen, gegen unseren wieder sehr guten Keeper aber nichts mehr zustande brachte.
Apropos Torwart. Der Wiese im Tor von Werder Bremen hatte einen Wahnsinnstag erwischt. Was der wegfischte, ging auf keine Kuhhaut. Er hatte den einen Punkt in München verdient. Keinen Punkt verdiente sich die Trauergemeinde von Borussia Dortmund in Bochum. Vikar Röber ging, jetzt soll es Feldprediger Doll richten. Und dann gleich gegen die Ungläubigen aus Nürnberg. Es gibt ab sofort auch keine leichten Gegner mehr in der Bundesliga. Oder glaubt jemand, er bekommt auch nur ein krümeliges Pünktchen am Bökelberg geschenkt? Nein.
In der zweiten Bundesliga sieht es nicht viel anders aus. Viele wollen aufsteigen, nur wenigen ist es am Ende vergönnt. Aue gehörte zu den vom Fußballgott Auserwählten, die in Braunschweig beim Tabellenletzten verlieren durften. Sie werden diesem Punktverlust noch einmal nachweinen. Daß Jena gegen Karlsruhe nicht sonderlich gut aussehen würde, war zu erahnen. Ich dachte auch, daß die Münchner Löwen einen Punkt in Kaiserslautern holen würden. Es sah lange danach aus, doch kurz vor Schluß machten die Roten Teufel das 2:1 perfekt.
Im europäischen Pokal kam Werder Bremen gegen Celta Vigo mit einem ganz dünnen 0:0 in die Halbzeitpause, drehte dann aber auf und spielte die Iberer an die Wand.
Unsere Frauen waren beim Algarve-Cup so schwach, daß man über die Niederlagenserie nur den Mantel des Schweigens breiten kann.
Quelle: Junge Welt vom 16.03.2007
02.03.2007
Wenn du Sonntag für Sonntag zum Platz gehst mit der vagen Hoffnung, heute müssen wir punkten, dann ist es gut, wenn diese Hoffnung ein Ende hat. Die Mannschaft hat gekämpft gegen Wilmersdorf und doch 0:1 verloren. Als Tabellenletzter verlierst du solche Spiele, die du von vorne nach Hause schaukelst. Diese Mannschaft ist jedenfalls besser als ihr Ruf. Sie hat es verdient, daß man weiter zu ihr hält.
Die 32er, bekannt unter dem Namen »VfB Einheit Seefeldt«, schenkte den Johannisthalern gleich sieben Stück ein. Heute abend in Stralau müßte es ohne ihren Knipser auch langen. Schulle und Jechow müssen noch einmal hinlangen. Wir brauchen noch ein paar Punkte. Unsere II. Männer machen sie offensichtlich nicht.
Und die Profis? Schalke kann nicht gewinnen, Stuttgart kann nicht gewinnen, Werder kann nicht gewinnen. Aber Cottbus kann es. Und Sonntag bei den beknackten Dortmundern ist eigentlich auch ein Punkt drin. Der Mainzer Karnevalsverein lud sich den Lebkuchenkomiker Meyer aus Nürnberg ein und schickte ihn ohne Gage wieder nach Hause. Rostock gewann überraschend in Duisburg und kam dem Aufstieg einen Schritt näher.
In der Woche fanden noch vier Pokalspiele statt. Leider waren unsere Spitzenvereine schon auf der Strecke geblieben, so daß die zweite Garnitur um die Gunst ihrer Anhänger spielen durfte. Nürnberg, Wolfsburg und Frankfurt kamen weiter. Hertha hoffte nach dem Punktgewinn am Sonntag in Stuttgart, den Schwaben auch am Mittwoch im Pokal ein Bein stellen zu können. »Den Sieg haben wir uns für das Pokalspiel aufgehoben«, prophezeite trainer Armin Veh. Er hatte nicht uviel versprochen, der VfB gewann verdient mit 2:0.
In der Sauerlandliga Gruppe 2 holte Werdohl einen Punkt in Plettenberg. Na ja, liegt ja um die Ecke, das Dorf.
Quelle: Junge Welt vom 02.03.2007
16.02.2007
Nach dem 2:0-Sieg über Hertha BSC wird der Schlachtruf »Kohlenpott« in Gelsenkirchen wieder lauter. Schalke will unbedingt Meister werden. Der neue Tormann hält wie verrückt, Kuranyi ist in Hochform, das könnte wirklich reichen.
Auch der HSV feierte seinen 3:0-Sieg enthusiastisch. Wobei ich bemerken möchte: Wer Borussia Dortmund nicht besiegt, der kann wirklich keinen mehr schlagen. Keeper Weidenfeller erzielte das Tor des Monats. Er fiel über seine eigenen Beine. Der Trainer von Arminia Bielefeld verließ seine Mannschaft fluchtartig. Er wird nicht der letzte sein.
In der zweiten Bundesliga geht es ebenfalls hoch her. Kaiserslautern kann zu Hause nicht gewinnen. 1860 München wird den Weg zur Spitze wohl auch nicht schaffen. Nachdem der MSV Duisburg sein Heimspiel gegen den Karlsruher SC gerade so mit 2:1 gewonnen hat, haben sich die ersten drei (Hansa, MSV und KSC) von den Nachdrängenden abgesetzt. Freiburg machte den fünften Dreier in Folge. Finke lachte sich ins Fäustchen. Cottbus muß Sonntag nach Nürnberg und würde bei einer Niederlage ganz schön mit in den Abgrund gerissen.
In der Regionalliga gewann Dresden gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach II vor 12 000 Zuschauern in der 87. Minute mit 1:0, während der 1. FC Magdeburg in seinem neuen erstklassigen Stadion gegen Holstein Kiel über ein 0:0 nicht hinauskam.
Was sich in Italien abgespielt hat, spottet wohl jeder Beschreibung. Ein Polizist tot, viele Schwerverletzte. Beim 1. FC Lok Leipzig ging es nicht viel anders zu. Polizei und Ambulanz waren unaufhörlich im Einsatz. Das Präsidium des DFB mußte sich schon mit dem Vorfall beschäftigen. Hoffentlich werden Beschlüsse gefaßt, die solchem Treiben ein Ende bereiten können. Wehret den Anfängen!
Quelle: Junge Welt vom 16.02.2007
03.02.2007
Nach 80 Minuten schien Magath in Dortmund der Zeitpunkt gekommen, mit seinen alten Geheimwaffen die drohende Niederlage noch zu verhindern. Er mußte sich zwischen Mehmet Scholl und Karl-Heinz Rummenigge entscheiden. Scholl kam und ging erfolglos. Die Bayern verloren 3:2. Cottbus gewann zu Hause gegen die Borussia aus Gladbach, die auch schon sehr lange kein Spiel mehr gewonnen hat. Der Mainzer Karnevalsverein ließ in Bochum die Korken knallen, und der HSV holte – für viele überraschend – einen Punkt in Bielefeld. In der 2. Liga verlor Hansa Rostock in Aue, den geplanten Aufstieg außerordentlich gefährdend.
Am Dienstag/Mittwoch startete die Bundesliga bereits den 19. Spieltag. Die Bayern erreichten in München gegen den VfL Bochum ein glückliches 0:0. Auch Mönchengladbach kam gegen Nürnberg über ein Remis nicht hinaus. Die Folge: Heynckes entlassen, Magath entlassen. Es werden noch einige folgen.
Mittwoch abend ging der Tanz weiter. Der HSV konnte zu Hause nicht gegen Cottbus gewinnen. Doll konnte seinen Koffer packen. Die in Berlin ständig hochgelobte Hertha fraß in Hannover fünf muntere Dinger und war damit noch gut bedient. Borussia Dortmund verlor in Mainz 1:0, die Hoffnungen zerstreuend, es ging nach dem Bayern-Spiel mit den Dortmundern bergauf. Der KSC sah schon wie der Sieger in Kaiserslautern aus, als er die zweite Hälfte nach einem Platzverweis nur noch mit zehn Mann bestreiten durfte. Prompt mußte er den Ausgleich hinnehmen.
Als Einheit Pankow das letzte Mal nach Kladow fuhr, begleiteten Hunderte Schlachtenbummler die Elf und schrien sie zum Aufstieg. Es werden Sonntag sehr viel weniger sein, und ein Punktgewinn wäre schon eine Sensation. O tampora, o mores!
Quelle: Junge Welt vom 03.02.2007
19.01.2007
Es wird Frühling, und der Rückrundenstart der Bundesliga drängt sich in die Schlagzeilen. Auch die unteren Klassen machen mobil. Unser Sonderkorrespondent Friedrich Charlet meldet sich aus Pankow von der Einheit. »Während sich die Betuchten in irgendwelchen Emiraten unter Palmen lümmeln, jagen die Einheit-Spieler mit hängender Zunge durch die Schönholzer Heide, um Kondition zu bolzen. Bernd Tiffert arbeitet am Tabellenletzten, um zumindest Frühform zu erreichen. Gegen das unterklassige Nordost wurde 6:2 gewonnen, zur Pause 4:0, in der 2. Hälfte waren alle platt. Im hochklassig besetzten Hallenturnier der Ü40 – Hertha BSC mit Bobic, Dynamo mit Kaehlitz, Rostock mit Sikora, Einheit Pankow mit Rosalski) – verloren wir unglücklicherweise im Halbfinale in letzter Minute durch ein Griestor gegen Hertha 1:0. Im Spiel um Platz drei schlugen wir Dynamo 4:3. Welsand brachte im Tor die Dynamos zur Verzweiflung.«
Der Röber muß sich bestimmt warm anziehen. Zur Eröffnung der Rückrunde hat Dortmund es sofort mit Bayern München zu tun. Marcelinho, der von der Berliner Hertha in die Türkei geflohen war, ist zurückgekehrt, um den VfL Wolfsburg um einige Millionen zu erleichtern. Gegen VW konnte die Borussia nicht mithalten, obwohl sie so gerne genommen hätte, was der Markt anbot. Aber sie hatte ja nicht einmal Kremser von Fortuna Pankow bekommen.
Natürlich brauchst du Geld, wenn ein neuer Spieler dein Mannschaftsfoto zieren soll. Im Amateurbereich keine Millionen, jedoch etwas Kleingeld – und das liegt auch nicht in jedem Strafraum herum. Im Ablösestreit mit Concordia Wilhelmsruh hat Einheit-Präsident Milack den Vorgang zur Chefsache erklärt. Und da möchte ich vertrauensvoll das Ergebnis abwarten. Nur am Rande: Ich hab' den Engelhard beim VfB Einheit zu Pankow gemocht. Punkt.
Quelle: Junge Welt vom 19.01.2007
05.01.2007
Der Weg zur Besserung ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Und fast alle fangen am ersten Tag des neuen Jahres an. Der eine will nicht mehr rauchen, der andere nicht mehr trinken, ein dritter nicht mehr fremdgehen, der nächste Sport treiben. Fußballmannschaften wollen vom Tabellenende weg, Kriminelle wollen ehrbare Bürger bleiben, Kinder ihre Zensuren verbessern. – Am 2. Januar haben 99 Prozent ihre Schwüre schon wieder weggeschlossen.
Hat der Mensch so einen windigen Charakter? – Natürlich nicht. Aber seine Umwelt macht es ihm so schwer. Wissen Sie, wieviel Milliarden der Staat durch Nikotin und Alkoholgenuß seiner Bürger verdient? Jeder Bürger, der nicht raucht und nicht trinkt, ist ein Schädling. Wissen Sie, wieviel Vereine Sonntag für Sonntag wünschen, daß Einheit Pankow verliert? Wissen Sie, wie viele Menschen wünschen, daß wir den Krieg in Afghanistan verlieren? Ja, wir sind von Feinden umgeben. Und da soll sich nun Einheit Pankow behaupten! Wo soll sich denn da noch Fröhlichkeit einstellen?
Hallenfußball ist jedenfalls besser als überhaupt kein Fußball. Die SG Borsigwalde veranstaltete das Ü 50-Turnier in Tegel, wo Einheit Pankow mit 9 Punkten und 10:2 Toren (Was Katze Weinkauf überaus erregte) Gruppensieger wurde. Die hatten sich durch den Ü-60-Spieler Leo Weixelbaum wesentlich verstärkt.
Am Sonnabend geht es in der Dynamo-Halle rund... Der Veranstalter Wartenberg hat sogar Peter Ducke zum Anstoß nach Berlin gelockt. Erstaunlich? Nein. Der Peter möchte hier sein Buch verkaufen. Ich bin mit vielen Büchern kein reicher Mann geworden. Nun war der Peter ja gerüchteweise ein besserer Geschäftsmann als ich. Vielleicht schafft er das. Nun sind ja nach der Wende Tausende von Autobiographien erschienen. Da ist die Konkurrenz auf dem Markt groß. Allen Freunden des Eckenbrüllers ein gutes neues Jahr!
Quelle:Junge Welt vom 05.01.2007
22.12.2006
Fröhliche Weihnacht gibt es im Fußball nun eben nicht für alle. Das wiederholt sich alljährlich. Da muß der Trainer bei Borussia Dortmund seinen Hut nehmen, da erwischt es den Trainer von Freiburg, und in Mainz sieht es Heiligabend verdammt böse aus. Aber auch in den unteren Klassen wird man traurig unterm Tannenbaum sitzen. Friedrich Charlet hat in Heiligensee sicher schon ein fröhlicheres Fest erlebt als in diesem Jahr.
Na ja, der Abschied von der Saison war in Pankow noch einmal ein richtiges Highlight. Unsere 40er schlugen den favorisierten Tabellenführer Lichtenrader BC nach einem großartigen Kampfspiel 2:1, Heinrich erzielte das Tor seines Lebens, und was Wianke hielt, da kullerten mir am Tage danach noch die Freudentränen auf den Teppich. Nein, den Wianke verkaufen wir nicht, da können wir noch so arm sein und Chelsea noch so viel bieten. Kann es für einen Menschen denn etwas Tröstlicheres geben als einen völlig unerwarteten Fußballsieg?
Um die Fans der vorweihnachtlichen Weihrauch- und Gebimmelwoche zu entziehen, schenkte ihnen der DFB noch eine Anzahl Pokalspiele. Der Nürnberger Torwart rettete seine Elf mit drei gehaltenen Elfmetern gegen Unterhaching in die nächste Runde. Die Bayern unterlagen mal wieder im Pokal am Aachener Tivoli mit 4:2. Uli Hoeneß stellte sich mal wieder mißmutig dem Interviewer. Die über Deutschland verteilte Fangemeinde ist natürlich untröstlich. In Berlin-Karow konnte sich der Bayernfan Brand nur sehr langsam wieder einkriegen: Was soll denn das? Wer? Fröhliche Weihnachten!
Uns armen gebeutelten Pankowern tat diese böse Bayern-Panne von Herzen gut. So eine hübsche Bescherung vor der eigentlichen Bescherung zu Weihnachten. Bei den Fußballern gehören Rute und Nüsse eben zusammen. Wie bei Doll, der soll den HSV weiterhin zur Meisterschaft führen ...
Quelle: Junge Welt vom 22.12.2006